Messi, Neymar, Suárez Bayern gegen Barcas 108-Tore-Walze

Messi, Suárez, Neymar: der FC Barcelona setzt im Halbfinale der Champions League gegen den FC Bayern vor allem auf seinen 108-Tore-Sturm.

 

Barcelona - Am Tag vor dem Giganten-Duell war das "Tier" noch ganz zahm. Als Lionel Messi am Dienstag in der Ciutat Esportiva Joan Gamper, dem Trainingszentrum des FC Barcelona, vor die Presse trat, hatte er so gar nichts von der "Bestie", die Pep Guardiola in seinem früheren Schützling sieht. Ein verlegenes Lächeln hier, ein paar schüchterne Sätze da - Messi, die gefährlichste Waffe in Barças "Wundersturm", will sich erst im Camp Nou beim Halbfinal-Hinspiel der Champions League gegen den FC Bayern am Mittwoch (20.45 Uhr/ZDF und Sky, Liveticker auf az-muenchen.de) in das von Guardiola gefürchtete "Biest" verwandeln.

"Ich weiß nicht, ob es ein besonderer Moment ist", sagte er achselzuckend über das Giganten-Duell mit Guardiolas Bayern, "aber es ist ein wichtiger Moment." Er sei sich der Schwere der Aufgabe trotz der Probleme der Münchner bewusst, fügte der 27-Jährige an: "Es ist für uns eine Verpflichtung, das Finale zu erreichen. Wir müssen aber noch einen draufsetzen."

Messi und Barça können das "Triplete" wiederholen, das bisher nur unter Guardiola gelang (2009). Der Coach machte Messi zur "falschen Neun" und hatte damit großen Anteil am Aufstieg des "Flohs" zum viermaligen Weltfußballer. "Ich habe sehr viel von ihm gelernt", meinte Messi, über den Guardiola im vergangenen Jahr sagte: "Ich habe niemals zuvor einen Spieler wie ihn gesehen, und es wird auch keinen mehr wie ihn geben." Um die Kreise seines einstigen Jüngers zu stören, habe er einen "Plan Anti-Messi" ausgeheckt, schrieb das Blatt Sport.

Messi ist Treibmittel und Prunkstück von Barcelonas "Tridente" (Dreizack) im Angriff mit Uruguays "Beißer" Luis Suárez und Brasiliens Superstar Neymar. 51-mal hat er in dieser Saison bereits getroffen. Suárez kommt auf 24, Neymar auf 33 Tore. "Mit ihnen zu spielen ist ein großes Glück, die beiden sind Weltklasse - das macht es für mich einfacher", sagte Messi.

Die katalanische Presse schwärmt vom "märchenhaften Trio" - und natürlich vor allem von Messi. Der kleine Argentinier sei "erwachsener geworden", will Barças früherer Trainer Tata Martino beobachtet haben. Das zeige sich nicht nur auf dem Platz, wo er Kollege Neymar am vergangenen Samstag gönnerhaft einen Elfmeter überließ. Messis Freundin Antonell erwartet in Bälde das zweite Kind nach Söhnchen Thiago; auch dies fördere den Reifeprozess, heißt es in den aufgeregten Blättern.

Bittere Erinnerung an das Halbfinal-Aus gegen Bayern 2013

Messis Auftritt am Dienstag passte da ins Bild: Erstmals seit Juli 2013, als er unfreiwillig über seinen Steuerskandal redete, erschien er in Barcelona vor den Medien. Trotz aller Floskeln erlaubte er einen kurzen Blick in seine Seele, als er über sein schwieriges Jahr 2013 sprach. Barcelona schied damals mit einem angeschlagenen Messi im Halbfinale der Königsklasse krachend gegen die Bayern aus (0:4/0:3). "Ich hatte das Pech, verletzt zu sein. Als ich wieder fit war, fühlte ich mich nicht so, wie ich wollte", sagte er. Nur im Hinspiel lief er auf, konnte seinem Team aber nicht helfen. Jetzt sei alles besser.

Das zeigte er beim Training, als er neben Teamkollege Marc-André ter Stegen gut gelaunt und lächelnd den sonnenüberfluteten Platz "Tito Vilanova" betrat. Der Deutsche habe das Zeug, zum besten Torwart der Welt zu reifen, sagte Messi. Und mit Messi die Champions League zu gewinnen? "Wir müssen erst einmal dieses hervorragende Team der Bayern überwinden, da will ich noch nicht an den Pokal denken", sagte Messi - von "Bestie" (noch) keine Spur.

 

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