Meisterlöwe Timo Konietzka ist tot - Er nahm den Giftcocktail

Meisterlöwe Timo Konietzka ist am frühen Montag Abend im Alter von 73 Jahren verstorben. Der Mann, der das erste Bundesligator schoss, litt an unheilbarem Gallenkrebs.

 

BRUNNEN Timo Konietzka ist tot. Der frühere Stürmer, Mitglied der Löwen-Meistermannschaft von 1966, ist am Montag Abend um 18.52 Uhr im Alter von 73 Jahren  verstorben.

Im Februar war bei Konietzka, der bereits seit den 70er Jahren in der Schweiz lebte und seit 1988 auch Schweizer Staatsbürger war, Gallenkrebs diagnostiziert worden. Weil eine Operation erfolglos blieb und die Krankheit nunmehr als unheilbar galt, hat Konietzka sich in den letzten Tagen entschieden, die in der Schweiz legale Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen.

Die Todesanzeige:

In seiner Todesanzeige heißt es: "Ich möchte mich ganz herzlich bei Exit (Schweizer Sterbehilfeorganisation, die Red.) bedanken, die mich am Montagnachmittag von meinen Qualen erlöst haben und auf dem schweren Weg begleitet haben. Ich bin sehr froh!" An seine Freunde richtete er diesen letzten Gruß: "Ich bin erlöst von meinen Qualen. Macht alle das Beste aus Eurem Leben! Meines war lang und doch so kurz." Konietzka starb mit Hilfe eines Gift-Cocktails. Sterbehilfe ist in Deutschland verboten, in der Schweiz aber bei unheilbaren Krankheiten bereits seit 1918 erlaubt.

Konietzkas Frau Claudia, mit der er am Vierwaldstätter See bis zuletzt ein Restaurant betrieb, sagte dem Schweizer "Blick": "Timo hat entschieden, zu sterben." Vergangenen Dienstag habe sie ihren Mann aus dem Krankenhaus mit nach Hause nehmen dürfen. "Die letzten Tage waren ganz, ganz schön", sagte sie weiter.

Timo Konietzka: Bilder aus seinem Leben:

Konietzka, der in 100 Bundesliga-Spielen für Dortmund und die Löwen 72 Tore erzielte,  war schon seit Jahren Mitglied bei "Exit", in einem Interview sagte er der AZ im Mai 2011: "Ich will nicht irgendwann drei bis fünf Jahre künstlich am Leben gehalten werden. Ich habe schriftlich hinterlegt, wie ich sterben möchte." Von seinem Tod hatte er damals schon eine genaue Vorstellung. „Meine Frau und meine Kinder werden dabeisein. Ich werde ihnen sagen, dass ich sie nicht mehr wiedersehen werde. Dann schlucke ich den Trunk und winke. 20 Minuten später bin ich weg“, sagte Konietzka.

Er hat sein Wort gehalten.

 

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