Meisterfeier eine "Farce" GoPros, Anastacia? Schmierseife! Was den Bayern-Ultras wirklich stank

Trotz der auferlegten Zettel-Choreo ließen es sich die Bayern-Ultras nicht nehmen, selbst etwas für Philipp Lahms Abschied vorzubereiten. Foto: firo/Augenklick

Eine Meisterfeier mit viel TamTam hat dem FC Bayern Kritik von allen Seiten eingebracht. Die Ultras der Schickeria München hatten auch etwas auszusetzen - und das geht weit über GoPros an Weißbiergläsern hinaus.

 

München – Wir alle haben die Bilder vom letzten Heimspiel der Bayern gegen Freiburg noch vor Augen, die für so viel negative Reaktionen und Spott bei Fans, Offiziellen und sogar Spielern gesorgt haben. Laut einem nun veröffentlichten Statement der Schickeria München waren GoPros an Weißbierstutzen, der Auftritt eines Popstars und die damit verbundenen Verzögerungen (hier nachlesen) aber offenbar nur die Spitze des Verfehlungs-Eisbergs, den der Rekordmeister am 20. Mai gerammt hat.

Als "Farce" und "eine Show, die eben alles war, nur keine Meisterfeier für die Fans und mit den Fans" bezeichnen die Bayern-Ultras den letzten Heimspieltag und führen einige Kritikpunkte auf, die den Fans an den TV-Bildschirmen weitgehend verborgen geblieben waren.

USK, geschlossene Fluchttore und Schmierseife gegen Platzstürmer?

Am übelsten aufgestoßen waren den Fans in der Kurve demnach die Sicherheitsvorkehrungen, die einen Platzsturm nach dem Abpfiff verhindern sollten. Vorkehrungsmaßnahmen, die laut Schickeria mehr Risiken bargen statt zur Sicherheit beizutragen. Neben den obligatorischen Polizisten des USK (Unterstützungskommando d.Red.) sollen erstmals die Fangnetze mit Metallkabelbindern am Zaun befestigt und die Fluchttore zum Spielfeld geschlossen gewesen sein.

Ein absolutes "NoGo" sei aber die Tatsache, dass stellenweise der Zaun mit Schmierseife eingerieben werden sollte, um es Übersteigern besonders schwer zu machen. Für die Ultras eine "eklatante Verletzungsgefahr (...) für Leute, die z.B. beim Torjubel auf den Zaun steigen oder vor dem Spiel ihre Zaunfahne aufhängen" und eine "Respektlosigkeit gegenüber allen Fans".

Für die Fans gehöre es dazu, nach einem Erfolg gemeinsam (mit oder ohne Mannschaft) auf dem Rasen herumzuspringen, statt mit Weißbierdusche und ein wenig Familienschaulaufen vor der Kurve abgespeist und nach Hause geschickt zu werden.

Eingekaufte Zettelchoreografie: "absoluter Affront"

Darüber hinaus hagelt es Kritik an der von einer Eventagentur eingekauften Zettelchoreografie. Sie stelle die Aberkennung des "Hoheitsgebiets" der Fans und die Aufgabe eines "Alleinstellungsmerkmals" gegenüber anderen europäischen Topclubs dar. Dass es nicht mehr den Fans vorbehalten sein soll, der Mannschaft mit Aktionen den letzten Motivationsschub zu geben, werde in weiten Teilen der Szene als "absoluter Affront verstanden".

Der Klub selbst hat sich noch nicht offiziell zu der Kritik der letzten Wochen geäußert. Die Schickeria gibt sich zum Abschluss ihrer Stellungnahme aber versöhnlich und schließt mit einem Appell fürs nächste Jahr: "Wir wünschen uns für das nächste Jahr wieder die Deutsche Meisterschaft. Wir wünschen uns aber auch einen respektvollen Umgang mit dem Gegner, mit uns Fans und die nötige Liberalitas Bavariae, wenn die Freude am Ende dann doch von den Rängen auf den Platz überschwappt."

 

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