Meister-Löwe ist enttäuscht Was "Radi" Radenkovic dem TSV 1860 persönlich nimmt

Torhüter-Legende Petar "Radi" Radenkovic in der Allianz-Arena. Foto: dpa

Er war der Kult-Keeper der Meistermannschaft 1966: Petar Radenkovic. Schon seit längerem wohnt der einstige Sechzger wieder in seiner Heimatstadt Belgrad, kommt nur ab und an zu Spielen seiner Löwen. Das hatte zuletzt auch einen unangenehmen Grund.

München/Belgrad – „Bin i Radi, bin i König.“ Mit diesem Song und seinen Paraden begeisterte Torwart Petar Radenkovic so manchen Fan des TSV 1860. Seine Gegner ärgerten sich eher über den seinerzeit unkonventionellen Torwart der Löwen, zum Beispiel Sepp Maier vom FC Bayern, der den Refrain eigenwillig umdichtete.

In einem waren sich aber alle einig: Der heute 81-Jährige war ab Mitte der 1960er Jahre einer der besten Torhüter der Bundesliga. Ein ehemaliger Fußballer, denn die Anhänger aus Giesing noch heute schätzen und mögen. Doch er selber ist enttäuscht von seinem einstigen Club – aus persönlichen Gründen.

Radenkovic bekam keine Jahreskarte mehr!

„In der vergangenen Saison war ich zwei, dreimal im Stadion. Eine der Gründe ist, dass der Verein mir keine Jahreskarte geschickt hat“, schilderte Radenkovic im Gespräch mit der AZ. „Meine Kollegen von damals haben Jahreskarten, ich habe jahrelang Jahreskarten bekommen, aber diesmal nicht.“

Das habe ihn enttäuscht, erzählte der Serbe in seinem gewohnt knarzig markanten Deutsch. Radenkovic: „Nicht nur, als ich gespielt habe, war ich immer voll dabei. Auch später habe ich zum Beispiel an Wohltätigkeitsveranstaltungen der Löwen oder bei Vereinsaktionen teilgenommen. Ich war immer aktiv dabei.“

Ein verärgerter Meister-Löwe – das dürfte nicht im Sinne des Vereins sein. Doch Radenkovic möchte nicht nachtragend sein. Selbstverständlich werde er weiter die Treue halten, erklärte „Radi“. „Seit ich bei Sechzig aufgehört habe, habe ich eine Mitgliedschaft, seit über 40 Jahren schon.“

 

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