Meinung Zumutbar?

Kommt er – oder kommt er nicht? Um die Finanzierungs- und Realisierungschancen für den zweiten S-Bahntunnel in München wird wieder mal heftig gestritten Foto: Mike Schmalz

Der Vize-Chefredakteur Georg Thanscheidt über dieMega-Baugrube auf dem Marienhof

 

Es wird lang und schmutzig. Das steht schon malfest. Aber sonst sind viele Eckpunkte der geplantenzweiten Stammstrecke zwischen Donnersbergerbrückeund Ostbahnhof unklar. Zwar gibt es seit übereinem Jahr einen Planfeststellungsbeschluss für dieTrasse unter der Altstadt und auch Stadtrat undLandtag haben vor einem halben Jahr den Bau derTunnel beschlossen. Offen sind aber weiterhin dierealen Baukosten, die Frage, ob und mit wie viel sichder Bund daran beteiligt, ob der Tunnel wirklich2018 fertig ist – und was eigentlich genau auf dieAnwohner zukommt.

Die Klage der Geschäftsleuteund Immobilienbesitzer vomMarienhof könnte zumindestüber letzteres Klarheit bringen.Denn ab heute wird vor demVerwaltungsgericht erörtert, obes „unzumutbar“ ist, wenntäglich 200 Lkw mindestens einhalbes Jahr lang den Erdaushub aus dem Schachthinterm Rathaus abtransportieren. Zu vermeiden istdiese Belastung nur, wenn man entweder die zweiteStammstrecke nicht baut oder aber die Erde an andererStelle abtransportiert.

Den Bau des Tunnels stellendie Anlieger nicht in Frage, allerdings fänden siees besser, wenn die Laster vor den Haustüren derAnwohner in Neuhausen verkehren. Eine verständlicheHaltung aus Sicht der City-Hausbesitzer – aberdas würde das Problem im wahrsten Sinn des Worteswohl nur verlagern. Und eventuell gar das ganzeProjekt verzögern. Das aber wäre eine Zumutung –und zwar für die S-Bahn-Fahrgäste, die täglich aufder Stammstrecke stehen bleiben.

 

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