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Bundeskanzlerin Angela Merkel Foto: dpa

Jeder weiß, wofür Löw steht. Aber wofür steht Merkel? AZ-Politik-Chef Frank Müller über die Idee eines Bußgelds für Politiker

 

Strafen für schlechtes Betragen in der Koalition? Wer solche Sorgen hat, der muss sich über die Art seiner Abstrafung eigentlich keine Sorgen machen. Sie erledigt sich früher oder später von alleine: durch den Wähler. Was der bisher offenbar zu Recht unbekannte Abgeordnete Weiß da fordert, gehört in die Abteilung höherer Unfug. Die Menschen wollen keine Regierung, die sich durch einen Strafkatalog selbst von Verbalinjurien abhalten muss. Sie wollen eine Regierung, die sich nicht beschimpft, sondern gut arbeitet.

So einfach ist das eigentlich und doch so schwer. Sollte Angela Merkel darauf gehofft haben, dass ein WM-Bonus ihr das künftige Regieren irgendwie erleichtern würde, dann ist auch dieser Traum vorbei. Deutschland liebt seine Helden von Südafrika auch im Scheitern – und hat zugleich die Nase voll von einer Regierungsmannschaft, deren immerwährendes Scheitern Programm ist.

Daran wird auch nichts ändern, dass das Merkel-Kabinett in dieser Woche zwei Stressprojekte mit Ach und Krach ins Ziel befördert hat: die Gesundheitsreform, die diesen Namen kaum verdient, und den Haushalt. Die wahren Probleme dieser Regierung sind ganz andere: Im Gegensatz zur deutschen Mannschaft mit ihren Löws, Schweinsteigers und Müllers weiß bei Merkels Truppe niemand, was ihre Idee ist, was ihre Vision und woher sie Stärke nehmen will.

Über solche Defizite kann man sich einige Zeit hinwegretten, aber nicht auf Dauer. Und daran wird die Merkel-Mannschaft scheitern.

 

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