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Verfechterin des Elterngelds: Ministerin Ursula von der Leyen. Foto: dpa

Der Vize-Chefredakteur der AZ Georg Thanscheidt überdas Elterngeld und sinkende Geburtenzahlen.

 

Sie haben dort nichts zu suchen – und trotzdemtummeln sich deutsche Familienpolitiker mit Vorliebein den Schlafzimmern fremder Leute. Seit fast30 Jahren versuchen konservative Regierungen, dieZahl der Geburten zu erhöhen. Sie alle, von Kohl bisMerkel, sind daran gescheitert. Der letzte Feldversuchhierzu findet seit 2007 statt: das Elterngeld.Eingeführt von Frau von der Leyen und verteidigtevon der jetzigen Familienministerin Kristina Schröderflossen bisher 15 Milliarden Euro in diese Lohnersatzleistung.Maximal 1800 Euro erhalten Elternbislang für 14 Monate, wenn siesich gemeinsam um ihr Kindkümmern und auf Einkommenverzichten.

Das Ergebnis: Seitder Einführung ist die Zahl derGeburten 2009 auf ein neuesRekordtief gefallen. Lediglich imersten Halbjahr 2010 wurde einPlus von 1,2 Prozent verzeichnet.Es sind einzelne Boom-Regionen in Deutschland,die wohl für dieses Plus verantwortlich sind –und München gehört dazu.Hier zeigt sich, welche Faktoren wirklich zu einersteigenden Geburtenrate beitragen können: WirtschaftlicherAufschwung, materielle Absicherungplus Krippen- und Kindergartenplätze.

„It’s the economy,stupid“ – es ist die Wirtschaft, Dummkopf,formulierten es die Berater von US-Präsident BillClinton. Und sein Vorgänger, Ronald Reagan, befand,einer der furchteinflößendsten Sätze seiner Muttersprachesei: „Ich komme von der Regierung. Ich binhier, um ihnen zu helfen.“ Das gilt auch in Deutschland– und erst recht fürs Schlafzimmer.

 

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