Meinung Ja, sie darf!

Noch steht hier in der Herzog-Wilhelm-Straße unter anderem diese Tankstelle. Foto: Petra Schramek

Der Vize-Chefredakteur der AZ, Georg Thanscheidt, übereinen Moschee-Bau in München

 

Das Grundgesetz garantiert Glaubensfreiheit unddas Recht auf ungestörte Religionsausübung. Es giltfür Katholiken, Protestanten, Orthodoxe, Juden, Muslimeund alle anderen Religionsgemeinschaften. Darfeine religiöse Gemeinschaft auf dieser Basis in Münchenein innerstädtisches Grundstück erwerben undes mit einem islamischen Zentrum bebauen? Ja, siedarf! Darf eine Stadtverwaltung dieses Anliegennach Kräften unterstützen? Ja, sie darf!

Dies gilt ganz besonders dann, wenn es sich – wiein diesem Fall – um die drittgrößte Religionsgemeinschaftin München mit geschätzten30 000 bis 80 000 Gläubigenhandelt, die anders alsandere Konfessionen noch überkein repräsentatives Gotteshausverfügt.

Natürlich müssen fürein solches Vorhaben bestimmteVoraussetzungen erfülltsein: Die Finanzierungmuss gesichert sein, die Planung ordnungsgemäßablaufen und auch der Träger muss über jeden Zweifelerhaben sein. Dass Imam Inriz kein Verfassungsfeindist, ist gerichtlich festgestellt worden – auchwenn sich seine Penzberger Gemeinde eine Erwähnungim Verfassungsschutzbericht gefallen lassenmuss. Aber es gilt: Religionsfreiheit ist immer dieFreiheit der Andersgläubigen.

 

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