Meinung Eine runde Sache?

Illustration Foto: Daniel von Loeper

Die Schneise ist sinnvoller nutzbar als nur für Stop-and-Go. Katharina Rieger, die Vize-Chefin der Lokalredaktion, über die Events auf dem Altstadtring.

 

Für Samstag gibt die Stadt einen sehr pragmatischen Tipp: „Von Autofahrten im Bereich der Innenstadt wird dringend abgeraten.“ Denn für die erste Radler-Nacht wird ab 21 Uhr der Altstadtring gesperrt. So schnell können die Shopper aus EBE, FFB und FS die City mit ihrem Auto gar nicht verlassen, schon strampeln die Radfahrer auf dem Ring. Es verspricht, ein lustiger Abend mit Gehupe und Gegrantel zu werden. Und: Die nächste Ringparty steht schon an.

Der Ökumenische Kirchentag macht’s möglich, dass schon am 12. Mai der Altstadtring wieder verkehrsfreie Zone wird. Beim Abend der Begegnung sollen Hunderttausende ab 18.30 Uhr über die Meile flanieren. Pikant: Der Abend ist der Start in ein Superwochenende mit Christi Himmelfahrt am Donnerstag und Kirchtentag-schulfrei am Freitag. An diesem Abend werden sehr viele Leute einfach einkaufen wollen.

Bei den Feiern zum 850. Stadtgeburtstag haben die Münchner den Altstadtring kennengelernt als neue Partyzone. Die Schneise ist tatsächlich sinnvoller nutzbar als für stupides Stop-and-Go. Das Ziel, die City Zug um Zug für Autofahrer unattraktiver zu machen, ist richtig und wichtig für die Zukunft.

Aber ob überstürzt anberaumte Radlnächte und Mega-Events an Großkampftagen dafür sorgen, das Verständnis für dieses Ziel zu steigern? Es hapert an den vielen kleinen Schritten, die das Miteinander von Radlern, Autos und Fußgängern leichter machen. Also eine Verkehrsführung am Altstadtring, die das Radeln dort nicht zum lebensgefährlichen Extremsport macht. Das wär doch mal was.

 

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