Mein Trudering "Bei uns ist immer was los"

Blick auf Trudering: In dem Münchner Stadtbezirk Trudering-Riem leben rund 60.000 Menschen. Riem behandeln wir in unserer Serie extra. Foto: Daniel von Loeper

Mein Viertel - AZ-Serie Folge 8: Der Unternehmer Reiner Leichs über die „Wabula“, Haifische im Kulturzentrum und traurige Kapitel in der Stadtteilhistorie.

 

München - Ich wurde in Waldtrudering geborgen und wohne schon mein ganzes Leben hier. Trudering ist zwar ein bisschen ab vom Schuss. Trotzdem findet man hier alles, was man braucht. Alleine in der Wasserburger Landstraße, von den Truderingern gerne liebevoll „Wabula“ genannt, gibt’s wirklich alles: Bäcker, Metzger, Modegeschäfte...

Und auch wenn man gut essen gehen will, muss man nicht in die Stadt reinfahren. Es gibt einen Griechen, einen Inder, ein Sushi-Restaurant und viele Italiener. Die Auswahl ist wirklich riesig.
Das „Lehners“ ist ein Treffpunkt. Hervorragendes Essen, immer rappelvoll und grad am Wochenende geht hier ohne Reservierung gar nix.

Der Gasthof Obermaier, das älteste Lokal in Trudering, vertritt die bayerische Küche. Vor langer Zeit hat sich die „Laienspielgruppe Waldtrudering“, bei der ich Mitglied bin, hier niedergelassen. Und vor allem für große Veranstaltungen wie Geburtstage – oder eben Theateraufführungen – ist der Obermaier ideal. Wir haben hier auch den 18. Geburtstag meiner Tochter Jenny gefeiert.
Neben den den vielen alten Häusern haben wir auch moderne Einrichtungen wie unser neues Kulturzentrum. Da ist immer was los. Im Fasching gab’s jede Menge Faschingsbälle. Und jetzt im März zum Beispiel einen Vortrag zum Thema „Abenteuer Hai“ und einen Modeleisenbahnmarkt.

Doch Trudering hat auch viel Geschichte. Leider nicht nur positive. Als 1987 das Flugzeug in den McDonalds in der Wasserburger Landstraße stürzte, war ich in der Nähe – in einem Baumarkt. Durch den Lärm liefen alle Leute auf die Straße, doch man konnte nur Rauchwolken sehen. Als ich dann später erfuhr, was passiert ist, war ich geschockt.

Ich bin froh, dass der Münchner Flughafen inzwischen nach Erding verlagert wurde. Dadurch ist es auch viel ruhiger geworden. Und sicherer. Im Ort gibt es viele Menschen, die miterlebt haben, wie 1958 das Flugzeug von Manchester United verunglückte. Jedes Jahr kommen Engländer an die Absturzstelle und legen Blumen nieder. Dann trauern auch Einheimische mit.

 

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