Mehrheit trotz Protest Beschlossen: So wird Lindaus neue Therme

Autorenprofil Ruth Schormann
So soll das neue Wellnessbad einmal aussehen. Foto: Schauer & Co.

Trotz Bürgerprotests und Bedenken von Naturschützern erreicht das Begehren für den Bad-Umbau die erforderliche Mehrheit.

 

Lindau bekommt eine Therme am Bodenseeufer. Beim Bürgerbegehren für ein modernes Wellnessbad haben 4.774 Menschen mit Ja gestimmt und 2.721 mit Nein, wie das Wahlamt mitteilte.

Das Quorum wurde erreicht; das heißt, mindestens 20 Prozent der 20.000 Wahlberechtigten haben Ja angekreuzt. Das Bürgerbegehren für den Erhalt des Strandbades Eichwald erreichte diese Marke hingegen nicht.

Eine Bürgerinitiative hatte Unterschriften für den Erhalt des Strandbades Eichwald und gegen die Thermenplanung gesammelt. Die Initiatoren kritisieren, dass die Bodenseestadt damit die Idee eines Bürgerbades aufgebe und nur noch "gutzahlende Wellnessbesucher" auf ihren Badespaß kommen, den Familien aber der Zugang zum weitläufigen Uferbereich genommen werden würden.

Die Gegner haben Angst um das günstige Angebot

Die Stadt hält dagegen, dass das Angebot für Familien in der neuen Therme sogar größer werde: Es soll dann einen Wildbach und ein zweites Planschbecken geben. Zusätzlich kündigen die Planer einen Matschbereich und einen Spielplatz an.

Das Bad selbst wird laut den Plänen von Investor Andreas Schauer in drei große Bereiche eingeteilt: Saunalandschaft, Therme sowie Sport- und Freizeitbad mit mehreren Rutschen.

Zudem befürchten die Gegner aber eine Zunahme von Lärm und Verkehr. Der Bund Naturschutz sieht eine Gefährdung des Landschaftsschutzgebietes am Bodenseeufer und weitere Einschränkungen des freien Zugangs zum See.

Der Lindauer Stadtrat hatte zwar das Bürgerbegehren zugelassen, jedoch diesem ein Ratsbegehren für die Therme entgegengesetzt. Die Stadtverwaltung sagt, dass das Strandbad nicht mehr konkurrenzfähig sei und die jährlichen Besucherzahlen innerhalb von zwei Jahrzehnten von 240 000 auf 150 000 zurückgegangen seien.

Die beiden vorhandenen Bäder Limare und Eichwald sollen deshalb von einem privaten Investor für 40 Millionen Euro zu einer Thermenlandschaft ausgebaut werden, wobei die Kommune 12,5 Millionen Euro beisteuert.

Bereits im März hatte der Stadtrat in Lindau den Bau der Therme beschlossen, da eine Sanierung des alten Eichwaldbades als unwirtschaftlich angesehen wurde. Das Bad muss nun erst einmal abgerissen werden, erklärte Thermen-Investor Andreas Schauer dem Südkurier. Wann die Therme am Bodenseeufer dann gebaut werden kann, sei noch unklar.

So sieht das Eichwaldbad bisher aus.
So sieht das Eichwaldbad bisher aus. Foto: Bäderbetriebe Lindau

 

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