Mehrere Schwerverletzte auf A9 Schon wieder: Gaffer behindern Retter! - Polizei: "Partystimmung"

Nach einem Lkw-Unfall mit mehreren Schwerverletzten behinderten (mal wieder) dreiste Gaffer die Rettungsarbeiten. Foto: News5

Es ist gerade einmal eine Woche her, dass unfassbare Bilder von der A6 ganz Deutschland wütend machten: Dreiste Gaffer behinderten nach einem Lkw-Crash die Rettungsarbeiten. Jetzt kam es schon wieder zu so einem Vorfall.

 

Bayreuth – Vorangegangen war ein schlimmer Unfall mit mehreren beteiligten Fahrzeugen. Ein Lastwagen-Fahrer hatte auf der A9 beim Verlassen des Parkplatzes Sophienberg einen von hinten kommenden Transporter übersehen, in Richtung Nürnberg fuhr. Beim Fahrstreifenwechsel von der Einfädel- auf die rechte Fahrspur kam es zum Crash zwischen beiden Fahrzeugen.

Mehrere Insassen in dem Kleintransporter wurden dabei in ihrem Fahrzeug eingeklemmt und schwer verletzt. Die Feuerwehr musste sie aus dem deformierten Führerhaus aufwändig befreien. Ein Rettungshubschrauber landete auf der Autobahn, weitere Rettungswagen mussten sich mühsam ihren Weg durch eine wieder einmal völlig mangelhaft gebildete Rettungsgasse bahnen. Insgesamt sechs Menschen wurden bei dem Unfall verletzt, zwei von ihnen sogar schwer. Für die Rettungsarbeiten musste die Polizei die A9 sperren.

Ein Catwalk für Gaffer

Was dann geschah, lässt selbst den erfahrensten Helfer mit dem Kopf schütteln. Gaffer stiegen aus ihren Fahrzeugen aus und liefen bis in die Unfallstelle rein. Direkt neben den Rettungskräften stehend machten sie ihre Fotos. Ein Feldweg seitlich der Autobahn wurde laut Polizei zum "Catwalk" für Schaulustige. Die Rettungskräfte berichten von unfassbarer "Partystimmung" unter den Personen, die sich am Schicksal anderer weideten.

Als die Rettungskräfte reagierten und die Gaffer ansprachen, reagierten die auch noch patzig und fingen an zu diskutieren. Es handelte sich um so viele Schaulustige, dass das Polizeiaufgebot vor Ort nicht ausreichend war: "Wir mussten diese [Personen] teilweise des Platzes verweisen, die Feuerwehr hat uns dabei sehr geholfen", berichtet Günter Schönfelder von der Verkehrspolizei Bayreuth.

Bayerns Innenminister Joachim Hermann hat hierzu eine eindeutige Meinung: "Es ist dringend notwendig, dass solche unverantwortlichen Gaffer härter bestraft werden. Es ist als solches menschlich völlig unverständlich, wie man sich da solch einen Spaß mit Fotos machen kann und diese noch weiter verbreitet." ADAC-Sprecher Wolfgang Lieberth weist in dem Zusammenhang darauf hin, dass das Betreten der Autobahn streng verboten sei.

 

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