Mehr Sport Rieschs Gala: Zwischen Liebe und Trauer

Maria Riesch und Horst Seehofer Foto: dpa

MÜNCHEN - Seehofer-Empfang in der Residenz: Die doppelte Olympiasiegerin wird mit Porzellanlöwen ausgezeichnet. Doch der Tod von Wolfgang Graßl, ihrem langjährigen Trainer, bewegt sie sehr.

 

Irgendwann hatte Maria Riesch Durst. „Ich hätt' gern ein Wasser", sagte sie, doch zum Trinken kam die Doppel-Olympiasiegerin nicht, weil sie dauernd für die Kameras lächeln musste. Ob mit weißem Porzellanlöwen, der Auszeichnung von Horst Seehofer, ob mit dem Ministerpräsidenten höchstselbst oder mit Marcus Höfl, ihrem Manager und Freund. Keine war bei den Fotografen so begehrt wie die Riesch beim Empfang in der Residenz für die bayerischen Olympia- und Paralympia-Sportler von Vancouver.

In Wahrheit war es für sie aber eine traurige Gala. Riesch war immer noch tief bewegt vom Tod von Wolfgang Graßl, dem Ehemann von Hilde Gerg, der am Montag an einem Aortariss starb. „Meine Kollegin, die Kathi Hölzl, hat mich Montagabend angerufen", erzählte Riesch, „ich bin immer noch geschockt, kann es gar nicht glauben." Viele Jahre war Graßl Rieschs Trainer, vor zehn Jahren noch im Europacup, nun zuletzt bei Olympia in Vancouver als Assistenzcoach der Abfahrerinnen. „Es zeigt dir, wie schnell alles vorbei sein kann", sagte Riesch, „ich denke sehr viel an die Hilde. Ich glaube aber nicht, dass man ihr jetzt viel helfen kann. Die Familie ist ein großer Rückhalt für sie."

Ausgelassen war die Stimmung in der Residenz aber generell nicht. Nur eine Handvoll Athleten war da, lag aber auch am ungünstigen Termin, weil die meisten Wintersportler im April fort sind, und an der kurzfristigen Einladung. Wie die AZ erfuhr, kam Biathlon-Star Magdalena Neuner etwa erst am Dienstag von einer Rundreise zurück, die Seehofer-Einladung fand sie daheim unter dem Stapel Fanpost. Da hatte sie aber für Mittwoch schon andere Termine.

So saßen beim Schuhbeck'schen Vier-Gänge-Menü im Kaisersaal dann gefühlt mehr Ministerialdirektoren als Olympia-Sportler, immerhin waren die Fotografen dann weg. Und Maria Riesch bekam endlich ihr Wasser.

Florian Kinast

 

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