Mehr Sport Handballer ziehen in EM-Hauptrunde ein

Auf sie mit Gebrüll: Michael Müller gegen das schwedische Abwehr-Bollwerk. Foto: dpa

Die deutschen Handballer haben dank ihrer bislang besten Turnierleistung und einem überragenden Torwart Silvio Heinevetter das vorzeitige EM-Aus gerade noch verhindert.

 

Beim 30:29 (21:18) im Gruppen-"Endspiel" gegen Rekord-Europameister Schweden feierte die DHB-Auswahl den ersten Sieg im Turnier und zog damit in die Hauptrunde ein. In Innsbruck trifft die Mannschaft von Bundestrainer Heiner Brand nun auf Olympiasieger und Weltmeister Frankreich, den Olympia-Dritten Spanien sowie Ungarn oder Tschechien.

Nach der Auftaktpleite gegen Polen (25:27) und dem glücklichen Unentschieden gegen Slowenien (34:34) geht das deutsche Team allerdings mit der Hypothek von 1:3 Punkten in die nächsten Spiele und dürfte bei nur einer weiteren Niederlage wohl keine Chance mehr auf das Halbfinale haben. Während die Polen und Slowenen am Abend um den Gruppensieg kämpften, schied Schweden als Vierter aus.

Vor 8200 Zuschauern in der Innsbrucker Olympiahalle, die überwiegend die deutsche Mannschaft lautstark unterstützten, zeigte der Weltmeister von 2007 erstmals im Turnier über weite Strecken der Partie eine konstant gute Leistung. Beste Werfer in der Brand-Auswahl waren Holger Glandorf (TBV Lemgo/8 Tore) und Torsten Jansen (HSV Hamburg/7).

Anders als in den beiden vorherigen Vorrundenspielen war das DHB-Team diesmal von Beginn an sehr konzentriert bei der Sache und zeigte sich vor allem in der Offensive stark verbessert. Fast jeder Angriff führte in den ersten Minuten zu einem Torerfolg, sodass man bis auf eine kurze Phase Mitte der ersten Spielhälfte (8:9/13. Minute) immer in Führung lag. Beim 15:12 (22.) betrug der Vorsprung erstmals drei Tore.

Die Mannschaft spielte verglichen mit den zum Teil desaströsen Auftritten gegen Polen und Slowenien diesmal deutlich variabler und leistete sich weitaus weniger Fehler. Zudem konnten Torwart Johannes Bitter (HSV Hamburg), vor allem aber Heinevetter (Füchse Berlin), der nach 20 Minuten zwischen die Pfosten kam, mit ihren Paraden den Vorsprung lange Zeit verteidigen. Nach der Pause wuchs das Polster zunächst sogar auf vier Tore an (23:19/33.), ehe die Schweden besser ins Spiel fanden und eine Aufholjagd starteten. Beim 27:27 (53.) war der Spielstand erstmals wieder ausgeglichen.

In den letzten acht Minuten musste das Team sogar auf seinen Abwehrchef Oliver Roggisch (Rhein-Neckar Löwen) verzichten, der nach seiner dritten Zeitstrafe Rot sah. „Egal, wir werden das Spiel heute trotzdem gewinnen, denn wir sind das bessere Team“, sagte Roggisch noch während des Spiels am ZDF-Mikrofon. Er sollte Recht behalten.

SID

 

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