Mehr Fußball Magath unbeirrt: „Ich bleibe bis zur Meisterschaft“

Schalkes Trainerteam (v.l.): Seppo Eichkorn, Bernd Hollerbach und Felix Magath Foto: az

Der FC Schalke rangiert nach dem 2:2 gegen den Tabellenletzten Stuttgart auf Rang 16. Der Chefcoach jedoch träumt weiter vom Titel

 

GELSENKIRCHEN Beim VfB Stuttgart waren sie nach dem Ende des Keller-Derbys der abgestürzten Spitzenklubs einigermaßen zufrieden. Beim 2:2 auf Schalke hatte der Tabellenletzte beim Debüt des neuen Trainers Jens Keller einen Punkt erkämpft. Und die krisengeschüttelten Schalker? Sie hoffen, trotz des erneut verpassten Heimsiegs und aus unerfindlichen Gründen, nun auf die Trendwende.

Direkt nach der Partie klang alles jedoch gar nicht so optimistisch. „Stand heute stecken wir natürlich im Abstiegskampf“, stellte Abwehrchef Christoph Metzelder fest und warnte: „Im Moment geht es nicht darum, in die Ferne zu schauen, wann die Aufholjagd nach oben startet.“ Den Absturz von Hertha BSC Berlin in der Vorsaison sieht der Ex-Dortmunder als mahnendes Beispiel: „Das zeigt, wie Mannschaften unter ihrer Qualität spielen und dann in einen Abwärtsstrudel geraten. Dann wird es Woche für Woche prekärer.“

Nach nur zwei Punkten in den ersten vier Heimspielen – dem schlechtesten Saisonstart vor eigenem Publikum seit 1967 – wird den Schalkern, die sich noch vor drei Wochen auf dem Weg nach oben wähnten, langsam der Ernst der Lage bewusst. Auch Trainer Felix Magath befand: „Momentan spielen wir so wie jemand, der gegen den Abstieg kämpft.“

Aber im Gegensatz zu Metzelder hat der Trainer-Manager den Blick bereits wieder nach oben gerichtet. „Dass ich überzeugt bin, da unten rauszukommen, ist doch selbstverständlich“, sagte er gestern bei „Sport1“. Dort verteidigte er auch den radikalen Umbruch vor der Saison: „Wenn ich das Ziel habe, Meister zu werden, muss ich ein Risiko eingehen.“ Und dann sagte er allen Ernstes: „Ich bleibe bis zur Meisterschaft.“ Nach aktuellem Stand könnte das noch ein bisschen dauern.

Lob gab es unterdessen für Stuttgarts Trainer-Debütanten Jens Keller. Zwar steht der VfB noch einen Punkt und zwei Plätze tiefer als die Schalker. Dennoch fühlt man sich bei den Schwaben schon einen Schritt weiter. „Die Aggressivität ist wieder da“, stellte Sportdirektor Fredi Bobic fest, „die Mannschaft ist mit einer richtigen Wut rausgegangen.“

Ausschließlich dank Keller? Der 39-Jährige, der den am Mittwoch beurlaubten Christian Gross ersetzt hatte, will dem Team neues Leben eingehaucht haben. „Ich habe sie heiß gemacht“, lobte sich Keller selbst, „das ist mir ganz gut gelungen, denn wir hatten seit langem mal wieder eine positive Zweikampfbilanz.“

Tatsächlich hätte am Ende auch ein Sieg stehen können, führten die Schwaben doch durch Tore von Timo Gebhart (15.) und Martin Harnik (74.) zweimal. Die in der Abwehr wackligen Schalker kamen aber zweimal zurück, durch Edus Treffer (29.) und den verwandelte Foulelfmeter von Klaas-Jan Huntelaar (80.).

Glück hatte der angehende Schalker Meistertrainer Magath übrigens bereits in Minute 26: Denn Schiedsrichter Florian Meyer hatte das vermeintliche 2:0 durch Cacau zu Unrecht wegen Abseits nicht anerkannt.

oh

 

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