Mehr Fußball Bayern und Bayer siegen – Krise in Hamburg

1. FC Köln gegen Eintracht Frankfurt Foto: dpa

KÖLN - Die Bayern erfüllen Van Gaals Vorgabe, Bayer Leverkusen verdrängt Hannover vom 2. Platz und dem 1. FC Köln gelingt der Befreiungsschlag. Der Bundesligatag im Überblick.

 

Bayern München hat den Champions-League-Fluch vertrieben und gerät in der Fußball-Bundesliga zumindest nicht noch weiter ins Hintertreffen. Der Rekordmeister bezwang den Außenseiter FC St. Pauli am 16. Spieltag 3:0 (1:0) und legte erstmals in dieser Saison nach einem Sieg in der Königsklasse in der Liga nach. Der Rückstand auf den Spitzenreiter Borussia Dortmund, der am Abend gegen Werder Bremen gefordert ist, beträgt aber immer noch 14 Punkte. Wichtiger als der Sieg war für die Bayern die Personalie Bastian Schweinsteiger. Der Nationalspieler verlängerte seinen Vertrag vorzeitig um fünf Jahre bis 2017 und gab dies unter dem Jubel der Fans persönlich bekannt. Schweinsteiger, dessen Vertrag 2012 ausgelaufen wäre, spielt seit 2002 bei den Bayern. Er absolvierte für den Rekordmeister 233 Bundesligaspiele, holte fünf Meistertitel und fünfmal den DFB-Pokal.

Ebenfalls weit weg, aber deutlich näher am BVB als der Titelverteidiger aus München ist Bayer Leverkusen. Die Werkself verdrängte mit einem souveränen 4:2 (1:0)-Sieg beim Hamburger SV die Überraschungsmannschaft Hannover 96 wieder von Platz zwei und verkürzte damit den Rückstand zumindest vorübergehend auf acht Punkte (32:40). Hannover (31) hatte am Freitagabend den VfB Stuttgart 2:1 bezwungen und damit das Schicksal von VfB-Coach Jens Keller besiegelt. Angeblich wird die Entlassung des glücklosen Trainers am Sonntag offiziell bestätigt – nach nur 60 Tagen Amtszeit.

Auch der 1. FC Nürnberg steckt in einer handfesten Krise, dem Club gelang nach vier Niederlagen in Serie aber zumindest ein Teilerfolg. Das 1:1 (0:0) bei 1899 Hoffenheim war sogar ein moralischer Sieg, denn nach der Führung der stark überlegenen Gastgeber durch Marvin Compper (54.) glich „Joker“ Christian Eigler (87.) kurz vor dem Abpfiff aus.

Befreit hat sich dagegen der 1. FC Köln, der Eintracht Frankfurt eine Niederlage zufügte, obwohl FC-Starspieler Lukas Podolski sich bereits nach wenigen Sekunden verletzt hatte. Der Nationalspieler hielt mit einer Knöchelverletzung humpelnd bis zur 22. Minute durch. Das 1:0 (0:0), mit dem der FC die Stuttgarter überholte, sicherte Christian Clemens (56.) mit seinem ersten Bundesliga-Tor.

Auf einen Treffer in Kaiserslautern warteten die Zuschauer dagegen vergeblich. Auch nach dem direkten Duell liegen der FCK und Ex-Meister VfL Wolfsburg punktgleich (je 18) im Mittelfeld. Die ein einer sportlichen Krise steckenden Wölfe, bei denen Trainer Steve McClaren immer weiter unter Druck gerät, spielten zum fünften Mal nacheinander unentschieden.

In München setzte der Rekordmeister die Vorgabe seines Trainers Louis van Gaal, der unmissverständlich Siege in den ausstehenden Spielen vor der Winterpause gefordert hatte, um, aber ohne zu glänzen. Hamit Altintop gelang gegen aggressiv auftretende Gäste das 1:0 (17.). Nach einigen Turbulenzen erhöhte Philipp Lahm vom Elfmeterpunkt (71.). Thomas Kessler hatte im Strafraum Thomas Müller gestoppt, St. Paulis Torhüter flog vom Platz, der eingewechselte Mathias Hain hatte gegen Lahm keine Chance. Für den Endstand sorgte dann Franck Ribery (79.).

Arturo Vidal erlebte in Hamburg einen kuriosen Nachmittag. Nach der Führung Bayers durch Ex-HSV-Profi Sidney Sam (30.) unterlief dem Chilenen zunächst ein Eigentor zum Ausgleich (47.), eine Viertelstunde später traf er ins richtige Tor. Renato Augusto (66./78.) erzielte die weiteren Treffer der Gäste. Für den indisponierten HSV, der immer tiefer in die Krise rutscht, traf nur noch Eljero Elia (79.).

Der 16. Spieltag wird am Sonntag mit den Spielen SC Freiburg – Borussia Mönchengladbach (15.30 Uhr) und FSV Mainz 05 – Schalke 04 (17.30 Uhr/beide live bei Sky und Liga total!) abgeschlossen. Mainz kann mit einem Sieg wieder Zweiter werden.

SID

 

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