FC Bayern: Mehmet Scholl: Alles anders!

Achtung Fans der kleinen Bayern: Für die zweite Mannschaft des FC Bayern um Trainer Mehmet Scholl gibt es neue Termine für drei Heimspiele sowie eine Auswärtspartie. Foto: dapd

Statt mit Gomez und Ballotelli beschäftigt sich Mehmet Scholl nun mit der Regionalliga. Er will Bayern II beleben und auf Matthias Sammer hören.

 

München - Am Samstag um zwei beginnt wieder das andere Leben des Mehmet Scholl. Statt um Gomez, Pirlo und Balotelli geht es nun um Kicker wie Wurm, Sönmez und Knötzinger: Spieler des FC Augsburg II, Gegner der ersten Regionalliga-Partie im Sportpark Heimstetten.

Es ist für Scholl ein Neuanfang beim alten Klub, und er kann davon ausgehen, dass man ihm bei der Arbeit genau auf die Finger sehen wird. Vor drei Jahren hatte er schon mal das Amateurteam als Coach übernommen, damals noch in Liga drei. Nach einem Jahr war das Zerwürfnis mit Louis van Gaal nicht mehr zu kitten: Scholl warf hin, konzentrierte sich auf seine TV-Karriere als Fußballexperte der ARD.

Die erreichte nach so manch flapsigem Wort bei der EM ihren medialen Höhepunkt mit dem Satz vom „wundgelegenen“ Mario Gomez“. Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge zeigte sich mäßig amüsiert und fand deutliche Worte für den Angestellten Scholl. Der sagt heute: „Wir haben ganz offen darüber geredet. Da gibt’s überhaupt keine Dissonanzen, gar nix.“ Seine TV-Arbeit sei mit dem Vorstand abgesprochen: „Kalle weiß, dass ich meine Verträge erfülle“, sagt Scholl. Und was sagt Gomez? „War kein Thema mehr“, erzählt Scholl, „für ihn nicht, für mich auch nicht. Alles in Ordnung.“ Na dann, muss Scholl nur noch Meister werden. Schließlich wurden mit Ex-Nationalspieler Altin Lala, Stefan Buck und Tobias Schweinsteiger drei erfahrene Kicker und mit Mitchell Weiser ein Bundesliga-Kicker in spe verpflichtet.

Favorit? Von wegen! Scholl sagt: „Das ist einfach, gell? Jörg Butt sagt: ’Wir wollen aufsteigen.’ - und alle sagen: ’Natürlich muss Bayern aufsteigen!’ Für mich stehen Talente aus dem eigenen Stall und deren Weiterentwicklung im Fokus. Mein Ziel ist es, so viele Spieler wie möglich zu Jupp Heynckes schicken.“ Dass es „darüberhinaus ums Gewinnen geht“, weiß Scholl: „Wenn man gute Fußballer ausbildet, die aber nix gewinnen, hat keiner was davon.“ Aber ob’s von Anfang an klappt? „Ich hab’ schon zu meinem Chef Jörg Butt gesagt: ’Das kann durchaus wieder holprig werden.’ Ob’s für den sofortigen Aufstieg reicht, werden wir sehen. Auf absehbare Zeit sollten wir in die dritte Liga, selbstverständlich.“

Wie er spielen lassen will, sagt er nicht, nur so viel: „Auf jeden Fall wird es völlig anders sein als letztes Jahr. Mehr möchte ich dazu nicht sagen.“ Schönen Gruß an Vorgänger Andries Jonker! Auch seine Philosophie vom Spiel behält Scholl für sich. „Sie kennen doch Trainer, die über ihre Philosophie reden – und drei Monate später ist es völlig anders.“ Vom Fußballlehrer-Lehrgang des DFB hat er nicht viel mitgenommen: „Man kriegt eine Fülle von Information und eine Struktur ins Gehirn gehämmert. Ich habe mir viele Sachen rausgeholt, in denen ich bestätigt wurde. Ansonsten war das: unglaublich viel über Fußball reden. Man kann den Fußball ja nicht neu erfinden.“

Zur Spielphilosophie werde sowieso Sportvorstand Matthias Sammer mitreden: „Er hat unglaublich viel Erfahrung und Erfolge im Nachwuchsbereich - da wären wir ja blöd, wenn wir davon nicht profitieren würden“, sagt Scholl, „Tarnat und Butt haben die Jugend ein halbes Jahr lang neu konzipiert. Sammer wird das mit seiner Philosophie abgleichen und entscheiden, wie der Weg weitergeht. Da haben wir nix dagegen, da freuen wir uns drauf."

 

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