Mega-Aufregung um Videobeweis Nagelsmann wütet: "Warum kriegen die es nicht hin?"

Ribéry nimmt Nordtveits Grätsche an und segelt im Strafraum. Dass der Video-Schiedsrichter da snicht prüft - für Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann unverständlich. Foto: imagi/Sammy Minkoff, Lino Mirgeler/dpa, AZ

Gleich zum Saisonauftakt steht wieder der Videobeweis im Mittelfpunkt der Diskussionen. Julian Nagelsmann macht seinem Ärger über den strittigen Elfmeter gegen seine Hoffenheimer Luft. Auch die Bayern hadern. 

München – Nach der Fußballweltmeisterschaft schien das Vertrauen in den Videobeweis ein Stück weit zurückgekehrt zu sein. Die Hoffnung, dass die Video-Unterstützung aus Köln nach einer turbulenten ersten Spielzeit nun auch in der Bundesliga für weniger Ärger sorgen möge, wurde gleich beim Saisonauftakt zwischen dem FC Bayern und der TSG Hoffenheim (3:1) im Keim erstickt. 

Denn: die Videoreferees griffen bei der wahrscheinlich spielentscheidenden Szene nicht ein. In der 83. Minute grätschte der Hoffenheimer Havard Nordtveit den einlaufenden Franck Ribéry im Strafraum ab, der Franzose sprang früh ab und setzte zur Flugeinlage ein - in den Augen vieler eine Schwalbe. Schiedsrichter Dankert zeigte auf den Elfmeterpunkt, aus Köln kamt kein Veto. Erst nachdem Arjen Robben beim verschossenen Elfmeter von Robert Lewandowski zu früh in den Strafraum gelaufen war und den Nachschuss versenkte, griff der Videoassistent ein, der Strafstoß wurde wiederholt, Lewandowski traf diesmal. 

Kein Videobeweis beim Elfmeter: Hoffenheimer außer sich

"Wir haben es bei der Weltmeisterschaft gesehen: Da hatten wir einen leitenden Schiedsrichter aus Simbabwe, einen Vierten Offiziellen aus Saudi-Arabien und im Videoraum saß einer aus Uruguay. Es gab keine Testphase und der Videobeweis wurde zu etwas gemacht, was er sein soll, nämlich eine ganz wunderbare, sinnvolle und gerechte Einrichtung. Und dann haben wir das, was wir heute erlebt haben. Das steht im Gegensatz zu dem, was es sein sollte", schimpfte TSG-Sportchef Alexander Rosen. (hier gibt's die weiteren Stimmen zum Spiel)

Auch Julian Nagelsmann machte seinem Ärger vor den TV-Kameras Luft: "Für mich ist es kein Elfmeter, natürlich kann Ribery vielleicht nicht weiterspielen, aber er springt eine halbe Stunde früher ab. Aber dann muss er halt warten, bis er umgegrätscht wird. Wenn da Elfmeter gepfiffen wird, kann man immer sagen, dass man nicht weiterlaufen konnte. Wo war der Videoschiedsrichter - außer bei den 14 Szenen danach, die keinen mehr interessiert haben? Da war er nicht da."

Und weiter: "Was mich einfach ärgert, man kann ja eingreifen, nur bei der entscheidenden Szene - beim Stand von 1:1 - greift keiner ein. Warum kriegen die es nicht hin, das in Köln zu entscheiden? Da muss der arme Schiedsrichter vor 77.000 pfeifenden Fans jedes Mal hinrennen und sich die Szene anschauen. Da brauche ich keine 14 Screens in Köln aufbauen. Dann sollen die daheim bleiben und wir bauen hier einen zusätzlichen auf. Ein Screen kostet viel weniger, dann schauen die sich hier die Szene im Stadion an. Dann müssen wir nicht immer hin- und herswitchen."

Auch beim FC Bayern ist man nicht ganz glücklich

Auch Bayerns Sportchef Hasan Salihamidzic gab zu: "Es war wirklich ein bisschen kurios, alles andere als alltäglich. Es gilt, diese Entscheidungen zu akzeptieren."

Neben der strittigen Elfmeter-Entscheidung sorgten die vielen Video-Unterbrechungen für lange Pausen und lange Nachspielzeiten nach beiden Halbzeiten. Ein Umstand, mit dem man nicht glücklich sei, mit dem man sich aber nun abfinden müsse, meinten Arjen Robben, David Alaba und Manuel Neuer übereinstimmend: "Dann muss der Fan halt nicht 90 sondern 100 Minuten pro Spiel einplanen. Aber so ist das jetzt nunmal, wir wissen, dass wir dieses System jetzt im deutschen Fußball haben und damit muss jeder Profi professionell umgehen", so der Bayern-Keeper.

 

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