Medien Google hat in China eine „große Schwester“

Google hinterlässt in China eine Lücke - die prompt gefüllt wird Foto: dpa

PEKING - Sie sieht der Website von Google verblüffend ähnlich, doch hinter der neuen chinesischen Website steckt ein privater Entwickler aus Guangdong. Der nutzt den Streit zwischen dem US-Konzern und der Regierung in Peking aus.

 

Nach dem Streit zwischen Google und China ist im Internet ein Imitat der chinesischen Suchmaschine des US-Konzerns aufgetaucht. „Goojje“ (Chinesisch: Gujie) vermischt die Ergebnisse der chinesischen Suchmaschine google.cn mit denen ihres großen Konkurrenten Baidu.

Der Name der Website ist ein Wortspiel: „Gujie“ ist angelehnt an das chinesische Wort „Jiejie“ („große Schwester“); Google wird auf Chinesisch wiederum „Guge“ genannt wird, wobei die Endung an „Gege“, den großen Bruder, erinnert.

Nach der Ankündigung des US-Internetkonzerns, sich in China nicht mehr selbst zensieren zu wollen und dafür auch einen Rückzug aus dem Wachstumsmarkt in Kauf zu nehmen, sei die Idee im Freundeskreis geboren worden, sagte der „Goojje“-Entwickler Xiao Xuan aus der südchinesischen Provinz Guangdong telefonisch der Nachrichtenagentur dpa in Peking.

„Wir waren alle traurig, dass sich Google zurückziehen könnte, deswegen beschlossen wir, zum Spaß "Goojje" zu schaffen“, sagte Xiao Xuan, der seinen wahren Namen nicht enthüllen wollte. Die von ihm in der südchinesischen Metropole Shenzhen registrierte Webseite sei rein privat. Keine Firma stehe dahinter, sagte der „Goojje“-Vater. Er arbeitet nach dpa-Angaben in der IT-Branche in Guangdong und ist in seinen 20ern.

Das Design der Webseite ähnelt verblüffend der Suchmaschine von Google, doch taucht eine blaue Pfote, das Markenzeichen von Baidu, im Schriftzug auf. „Wir benutzen Software, die die Suchergebnisse der beiden optimiert“, sagte Xiao Xuan.

Genau wie bei Google steht unten der chinesische Hinweis, dass „einige Suchergebnisse gemäß chinesischen Gesetzen nicht angezeigt“ werden. „Wenn die Suchergebnisse von Google und Baidu durch die Zensur kommen, wird meine Webseite es wohl auch schaffen“, meint der Entwickler. (dpa/nz)

 

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