Maxvorstadt Zurück zu den Wurzeln - in ein Dorf in der Stadt

Der Nördliche Friedhof in der Maxvorstadt. Foto: Andrea Schneider

Welche drei Dinge an Ihrem Viertel lieben Sie? Und welche drei nerven Sie? Hier schreiben die AZ-Bürgerreporter. Andrea Schneider über die Maxvorstadt

 

Mein Viertel ist die Maxvorstadt. Hier lebe ich seit 20 Jahren und bin sozusagen an die Wurzel meiner Familie zurückgekehrt. Meine Ururgroßeltern lebten bereits 1872 in der Barerstraße, der Rest der Familie um die Ecke in der Karlstraße. Die gesamte Familie im Haus des Malers Ludwig Moralt. Einige Familienangehörige liegen auf dem alten nördlichen Friedhof. Der gehört zu den drei Dingen die ich im Viertel besonders liebe.

Ein weiterer ist der Ausblick aus meiner Wohnung: die freie Sicht auf die Frauentürme und eigentlich die Ruhe die hier mitten in der Stadt zu finden ist, obwohl ich in fünf Minuten am Hauptbahnhof bin, um in alle Himmelsrichtungen zu fahren.

Trotz der Bahnhofsnähe und der Großstadt erlebe ich ein familiäres Klima, ob es Herr Chen aus der St. Antonius Apotheke ist, oder die Männer von Mama Pizza, Frau Steindl aus dem Blumenladen oder Ilka vom Driveri, wenn wir Besuch haben wundern sich alle, dass wir uns hier in der Stadt und im Viertel kennen und Grüßen – es fühlt sich an wie in einem Dorf.

In den letzten 20 Jahren hat sich aber auch viel verändert und da gibt es viele Dinge, die nerven: zunehmend werden Lüftungen und Klimaanlagen installiert, die einen Höllenlärm verursachen. Im Nachbarhaus wurden die Hoftore entfernt, so dass die geschlossene Häuserfront unterbrochen ist und hierdurch völlig unnötig ein erhöhter Lärmpegel entsteht.

Viele Mobilfunkantennen wurden auf den Dächern installiert. In der Augustenstraße rasen die Autos für meine Begriffe mit viel zu hoher Geschwindigkeit.

 

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