Maut-Gebühren So teuer ist die Autofahrt in den Urlaub

 Foto: ADAC

Dobrindts Maut kostet bereits Millionen – ohne einen Cent auf der Habenseite. In vielen anderen Ländern Europas hingegen sprudeln die Millionen. Eine Alpenüberfahrt geht da ganz schön ins Geld

Ob die Pkw-Maut überhaupt kommt, ist unklar. Verkehrsminister Alexander Dobrindt hofft auf ein Erbarmen aus Brüssel, das derzeit juristisch gegen die angeblich diskriminierenden Dobrindt-Pläne vorgeht. Bis zu einem Urteil könnten zwei Jahre vergehen.

Geld kostet die Maut dem deutschen Steuerzahler aber bereits jetzt. Denn der Verkehrsminister will nach der Sommerpause externe Berater beschäftigen. Kostenpunkt: vier Millionen Euro. Außerdem könnten noch in diesem Jahr weitere acht Millionen Euro hinzukommen, weil Dobrindt 40 Stellen im Bundesamt für Güterverkehr (BAG) und beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) schaffen will. Langfristig werden noch viel mehr Beamte gebraucht.

Diesen Kosten steht noch kein Cent an Einnahmen gegenüber. In vielen anderen Ländern Europas ist das anders. Dort sprudeln teils schon jahrelang die Maut-Millionen. Das bekommen vor allem Urlauber zu spüren, die mit dem Auto über die Alpen gen Süden reisen wollen. Der ADAC hat am Freitag eine Maut-Übersicht veröffentlicht.

Ohne Vignette unterwegs: Bußgelder von bis zu 800 Euro

Demnach gibt es in der EU in neun Ländern eine streckenbezogene Maut. Autofahrer in Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Italien, Kroatien, Polen, Portugal und Spanien müssen eine Gebühr entsprechend der zurückgelegten Kilometer zahlen. Auch in Bosnien-Herzegowina, Mazedonien, Norwegen, Serbien, in der Türkei und in Weißrussland wird nach Entfernung abgerechnet. Die Bezahlung erfolgt je nach Land beim Ein- oder Ausfahren. Portugal und Polen beispielsweise setzen auf elektronische Bezahlsysteme.

In einigen Ländern fällt zudem eine Sondermaut für Brücken, Tunnel und Pässe an, etwa in Österreich, der Schweiz oder Italien. In acht Staaten ist für Fahrten auf Autobahnen und Schnellstraßen eine Vignette zu kaufen. Wer keine Vignette kauft oder richtig an der Windschutzscheibe anbringt, muss mit drastischen Bußgeldern rechnen. In Slowenien können bis zu 800 Euro fällig werden. Auch in Österreich, Tschechien oder der Schweiz gehen die Behörden streng vor.

So viel kosten Vignetten in europäischen Ländern

Land            Vignetten-Preise (Kfz bis 3,5 t)                                    Bußgelder
Bulgarien      5 € (7 Tage), 13 € (1 Monat), 34 € (1 Jahr)                    150 €
Österreich    8,70 € (10 Tage), 25,30 € (2 Monate), 84,40 € (1 Jahr)  ab 300 €
Rumänien    3 € (7 Tage), 7 € (1 Monat), 28 € (1 Jahr)                       80 €
Schweiz       40 € (1 Jahr)                                                                   190 € + 40 €
Slowakei     10 € (10 Tage), 14 € (1 Monat), 50 € (1 Jahr)                  ab 80 €
Slowenien   15 € (7 Tage), 30 € (1 Monat), 110 € (1 Jahr)                  300-800 €
Tschechien  12 € (10 Tage), 16,50 € (1 Monat), 56,50 € (1 Jahr)        ab 185 €
Ungarn        9,50 € (10 Tage), 15,20 € (1 Monat), 137 € (1 Jahr)        ab 50 €















 

 

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