Massaker bei Charlie Hebdo in Paris AZ-Kommentar: Ein Anschlag auf die Freiheit

Mord-Massaker in Paris: Bilder vom Terror-Anschlag auf "Charlie Hebdo" Foto: dpa

AZ-Vize Timo Lokoschat über die „Märtyer der Freiheit“ und die Furcht, dass Rechtsextreme die Bluttat von Paris instrumentalisieren.

 

Was in Frankreich passiert ist, ist nicht nur ein Anschlag auf eine Zeitschrift und auch nicht nur einer auf die Kunst. Es ist ein Anschlag auf uns alle. Auf ein Europa, das die Freiheit des Geistes erkämpft hat und verteidigen muss – schon immer auch gegen religiöse, darunter christliche, Widerstände.

„Ich bin Charlie“ haben heute hunderttausende Menschen online in ihre Profile geschrieben, um die mutigen Journalisten des Satiremagazins „Charlie Hebdo“ zu ehren, die unfreiwillig zu „Märtyern der Freiheit“ geworden sind, wie es ein islamischer Geistlicher formuliert.

Dass manche Menschen ihre Karikaturen geschmacklos fanden, darf keine Rolle spielen und nicht zu Erklärungs- und Relativierungsversuchen führen. Satire darf alles – außer sterben.

Was bereits jetzt feststeht und sich leider schon abzeichnet: Rechtsextreme und ihre Mitläufer werden den Anschlag instrumentalisieren.

Die Gedankengänge dahinter sind abstrus: Wer glaubt, dass das Pariser Massaker unter den Flüchtlingen in der Bayernkaserne Anklang findet, hat den Schuss nicht gehört. Wer vor der Barbarei des „Islamischen Staats“ in Syrien geflohen ist, wird hierzulande Besseres vorhaben, als ebenfalls ein solches Terrorregime errichten zu wollen.

Und übrigens: Attacken gegen die Pressefreiheit gibt es in Deutschland nicht von Ausländern, sondern vor allem von jenen Pegidioten, die längst nicht mehr nur von „Lügenpresse“ und angeblich bestochenen Journalisten faseln, sondern in Internetkommentaren auch unverhohlen vom „an die Wand stellen“ träumen.

Wer unsere Freiheit gegen den Islamismus verteidigen will, ist bei ihnen definitiv an der falschen Adresse.

 

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