Die CSU-Stadträtin Kristina Frank soll im Herbst als Chefin des Kommunalreferats gewählt werden.

Die Personalie ist nicht überraschend, der Zeitpunkt ist es durchaus. Schon seit Monaten wird spekuliert, dass die CSU Kristina Frank (36) gerne zur neuen Kommunalreferentin machen würde (AZ berichtete). Am Montag teilte die CSU das offiziell mit.

Frank gilt in Rathaus-Kreisen schon lange als eine Frau, die etwas werden könnte – und das auch will. Die ehrgeizige Richterin sitzt seit 2014 im Stadtrat, seit ein paar Monaten ist sie Vize-Fraktionschefin.

Der bisherige Kommunalreferent Axel Markwardt (SPD) geht 2018 in den Ruhestand. Die CSU hat sich in den Koalitionsverhandlungen mit der SPD ein Vorschlagsrecht für diesen Posten ausgehandelt. Die Wahl Franks gilt damit seit gestern als sehr wahrscheinlich.

Kritik kam von den Grünen. Fraktionschefin Gülseren Demirel nannte die Nominierung im Gespräch mit der AZ "unglaubwürdig". Die CSU habe versprochen, Auswahlverfahren zwischen mehreren Bewerben durchzuführen.

CSU-Fraktionschef Manuel Pretzl hingegen lobte Frank als eine "hochmotivierte und fachkompetente Frau".

AZ-Kommentar: Nicht schlecht, aber peinlich

Für die CSU ist Kristina Frank eine Hoffnungsträgerin: ehrgeizig, rhetorisch gewandt, jung – und dann sogar noch eine Frau: Das gibt‘s nicht oft in der Partei.

Gut möglich, dass Frank den Posten im Kreuz hat. Doch einst hatte die CSU in Opposition und Wahlkampf sehr laut über die Parteibuchbesetzungen von Rot-Grün geschimpft. Jetzt gibt sie selbst externen Fachleuten keine Chance, sondern versorgt das eigene Personal. Ein bisserl peinlich ist das schon.

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