Marienplatz bald gesperrt Stadt plant neue Radl-Route in der Altstadt

Der Münchner Marienplatz: Bald sollen hier keine Radl mehr fahren. Der Stadtrat hat jetzt eine Alternativroute geplant. Die Fahrrad-Lobby hat daran noch erhebliche Zweifel. (Archivbild) Foto: dpa

Schon bald ist der Marienplatz für alle Radler gesperrt, Grund dafür ist der Umbau des "Hugendubel"-Hauses. Der Stadtrat gab jetzt eine neue Rad-Route bekannt - ein entsprechender Beschluss soll am Mittwoch durchgesetzt werden.

 

München - Noch geht es hektisch zu am Marienplatz - etliche Taxis, Busse und vor allem Fahrräder fahren täglich auf dem Marienplatz in die Dienerstraße oder über den Rindermarkt. Damit ist allerdings bald Schluss, in einigen Wochen wird die stark frequentierte Marienplatz-Route gesperrt. Das "Hugendubel"-Gebäude, welches direkt am Marienplatz liegt, wird umgebaut - die Großbaustelle wird eine Durchfahrt unmöglich machen. Neben den Fahrrädern will das KVR dann auch Busse und Taxis am Marienplatz verbieten. Schon in wenigen Wochen soll das Verbot durchgesetzt werden, der Umbau folgt dann im Februar 2016.

Am Mittwoch setzt sich der Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung zusammen - der Plan für die neue Fahrrad-Strecke soll dann durchgesetzt werden.

Nach Informationen der "BILD" plant der Stadtrat jetzt eine Alternativroute für die rund 8000 Radler, die täglich über den Marienplatz fahren. Die Strecke soll über den nördlichen Teil des Odeonsplatzes durch das eng Tor Richtung Hofgarten führen; danach soll es über die Alfons-Goppel-Straße, die Falkenturmstraße, und Sparkassenstraße über Viktualienmarkt und Rosental weitergehen. Einige Verkehrswege werden so teilweise zu "Fahrradstraßen".

Großes Problem an der neugeplanten Strecke: Die Maximilianstraße. Von der Alfons-Goppel-Straße über die Falkenturmstraße müssten die Radler Münchens Nobelmeile überqueren. Um den Verkehr hier entsprechend zu regeln, schlägt die Stadt breite "Aufstellungsstreifen" vor, in deren Lücken auf den Tram- und Autoverkehr gewartet werden soll.

Stadtbaurätin, Elisabeth Merk, zur "BILD": Die Umleitung über die Maximilianstraße erfordere „ein erhöhtes Maß an Aufmerksamkeit und gegenseitiger Rücksichtnahme.“ Notfalls soll eine Ampel nachgerüstet werden.

Die Radl-Befürworter haben so ihre Zweifel an der neuen Route. Andreas Groh, Vize-Chef des Allgemeinen deutschen Fahrradclubs in München: "Die Maximilianstraße ist sehr breit, es gibt viel Verkehr, die Situation ist sehr unübersichtlich. Die Aufstellungs-Streifen sind außerdem sicher schnell zugeparkt."

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Grohs Urteil über den neuen Stadtrat-Plan: „Die neue Route wird 1,4 Kilometer lang, 400 mehr als jetzt. Wir befürchten, dass die Radler sie nicht annehmen.“

 

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