Maria Höfl-Riesch von Handy ausgebremst Pechmarie & Sturz-Suse: Die Rieschs mit Pech in Courchevel

Maria Höfl-Riesch scheidet in Courchevel aus – weil ein Handy über die Piste rutscht. „Das hat mich total irritiert“. Auch Schwester Susanne kommt
nicht ins Ziel und ist schon wieder verletzt
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Courchevel - Nun ist auch Maria Höfl-Riesch um die Erfahrung reicher, dass bei einem Ski-Rennen die ungewöhnlichsten Dinge passieren. Da steht schon mal ein Pistenarbeiter im Weg, oder sogar ein Tier, oder der Läufer wird durch eine Ölspur gebremst, wie es dereinst mal Markus Wasmeier widerfuhr.

Maria Höfl-Riesch hat sich beim Weltcup-Slalom am Dienstag im Courchevel von einem Handy auf der Piste gestört gefühlt: Sie schied nach 25 Sekunden und Zwischenbestzeit aus. Das Handy, vermutlich von einem Streckenposten, sei ihr vor die Ski gefallen, dann noch auf der Piste neben mir runtergerutscht, sie sei total irritiert gewesen, berichtete Höfl-Riesch. Sie schnappte sich das Gerät nach ihrem Ausscheiden, übergab es an einen Trainer – einen Neustart wegen der Behinderung wollte ihr die Renn-Jury aber nicht zugestehen. Die haben sich das nochmal auf Video angeschaut und sind zu dem Schluss gekommen, dass das nicht der Grund für den Ausfall war“, sagte Höfl-Riesch angesäuert.

Atle Skardaal, Renndirektor des Internationalen Ski-Verbandes FIS, bestätigte, dass es ein Handy im Schnee gab, machte nach zweimaligem Studium der Videoaufzeichnungen allerdings deutlich: Höfl-Riesch hätte „sofort stehenbleiben müssen, wenn sie sich behindert gefühlt habe, so sei nun mal die Regel. Sie aber sei eben weitergefahren, nachdem das Mobiltelefon aufgetaucht war und erst „sechs, sieben Tore später“ ausgeschieden. Am Ende beklagte sie „großes Pech“, weil der Slalom „eine wichtige Disziplin für mich im Kampf um den Gesamtweltcup ist“.

Maria Höfl-Rieschs Schwester Susanne, Spitzname Suse, kam ebenfalls nicht ins Ziel: Sie stürzte nach nur acht Sekunden und ist wohl wieder verletzt – und das, nachdem sie vor einigen Wochen nach ihrer schweren Berletzung erstmals wieder in der Weltcup zurückgekehrt war. Ein Trainer des Deutschen Skiverbands sagte, ein Kreuzbandriss am linken Knie sei wohl auszuschließen, aber der Meniskus oder das Außenband könnten betroffen sein. Von Susanne Rieschs Management hieß es, sie habe zwar keine Schmerzen, könne aber nicht auftreten. Am Abend sollte sie mit Hilfe einer Kernspintomographie in Murnau genauer untersucht werden. Riesch war bei einer Operation vor vier Wochen ein Teil des linken Außenmeniskus entfernt worden.

Die glückliche Siegerin hieß am Ende Marlies Schild aus Österreich, die mit ihrem 34. Sieg im Slalom den Rekord von Vreni Schneider einstellte. Zweite wurde Frieda Hansdotter (Schweden/+0,33), Dritte Marlies Schilds jüngere Schwester Bernadette (+1,22). Zum ersten Mal seit dem 13. Dezember 2009 standen damit zwei Schwestern bei einem Weltcup-Rennen auf dem Podest. Und, wie könnte es auch anders sein: Damals hatte Maria Riesch Rang zwei beim Slalom in Are belegt, Schwester Susanne war Dritte geworden.

 

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