Mareike Carrière in ihrer letzten Rolle Simone Thomalla: "Richtigen Liebeskummer hatte ich zuletzt als Teenager"

Dorfhelferin Katja Baumann (Simone Thomalla) mit ihrer Vorgesetzten Conny Freiwald (Mareike Carrière, rr.) Foto: ZDF/Erika Hauri

In "Einmal Frühling und zurück" ist die am vergangenen Sonntag verstorbene Mareike Carrière in ihrer letzten Rolle zu sehen. Mit Hauptdarstellerin Simone Thomalla sprachen wir über die Dramen im Film, bevor die Nachricht von Carrières Tod die Runde machte. Thomalla hielt dicht, wie es sich die geschätzte Kollegin offenbar gewünscht hatte.

 

Berlin - Am kommenden Sonntag ist die dann genau eine Woche zuvor ihrem Krebsleiden erlegene Schauspielerin Mareike Carrière (1954-2014) in ihrer letzten Rolle zu sehen. Es ist anzunehmen, dass Simone Thomalla (48) beim Dreh von "Einmal Frühling und zurück" (Sonntag, ZDF, 20.15 Uhr) von den gesundheitlichen Problemen ihrer Schauspielkollegin wusste, im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news ließ sie sich davon aber nichts anmerken. Ganz so wie es sich die liebgewonnene Kollegin offenbar gewünscht hatte.

Die gebürtige Leipzigerin Thomalla, die mit ihrem jüngsten "Tatort" sogar Til Schweiger auf die Plätze verwiesen hatte, sprach mit uns über die schönen Dinge des Lebens: Liebe auf den ersten Blick, Hochzeiten, aber auch über Kummer.

Sie spielen eine Dorfhelferin. Was macht die denn genau, und wäre das ein Beruf für Sie gewesen?

Thomalla: Ich bin Schauspielerin, wollte vor ganz langer Zeit einmal Musikpädagogin werden. Andere Berufswünsche hatte ich nie. Eine Dorfhelferin ist aber ein durchaus spannender Beruf mit viel Verantwortung, für den man sehr gut ausgebildet sein muss. Sie muss anpacken können und zusätzlich viel psychologisches Feingefühl besitzen, denn sie geht immer dann in Familien, wenn bei denen die Luft brennt und ein wichtiges Familienmitglied ausfällt, um deren Arbeit zu übernehmen. Es gibt übrigens auch Männer, die diesen Beruf ergreifen.

Der Film beginnt mit einer Hochzeit. Was mögen Sie an diesen Festen?

Thomalla: Hochzeiten können wunderschön sein, festlich, stimmungsvoll, emotional. Jedes Paar hat da so seine eigenen Vorstellungen und Wünsche, die man manchmal auch gegen die Wünsche der Eltern und Schwiegereltern durchsetzen muss. Für viele ist es einer der wichtigsten Tage ihres Lebens. Wenn ich sehe, dass die Brautleute absolut glücklich sind, freue ich mich mit ihnen.

Was halten Sie von der Ehe?

Thomalla: Eine gute Beziehung braucht keinen Trauschein, denn er ist kein Garant für dauerhaftes Glück.

Gibt es die Liebe auf den ersten Blick?

Thomalla: Das kann ich nicht beurteilen. Es gibt sicher Anziehung auf den ersten Blick. Die viel zitierte Chemie, die man gleich in den ersten Momenten als angenehm empfindet, das "sich riechen können" im wahrsten Sinne des Wortes, spielt auch eine Rolle.

Warum erkennt man manchmal das Glück direkt vor der eigenen Nase nicht?

Thomalla: Ist das so? Ich bemühe mich darum, immer mit wachen Augen durchs Leben zu gehen und erkenne Glück jeden Tag in vielen kleinen Dingen. Glück und Zufriedenheit verschmelzen oft. Vielleicht ist Glück der kleine Moment, der zu einem großen wird, während Zufriedenheit eine längere Zeitspanne anhalten kann.

Was hilft bei Ihnen gegen Liebeskummer?

Thomalla: So richtigen Liebeskummer hatte ich zuletzt als Teenager. Und da hat man sich dann bei der besten Freundin ausgeweint. Wahrscheinlich wäre das heute nicht viel anders.

"Wollen wir shoppen gehen?", fragt der Sohn seine traurige Mutter im Film. Hilft shoppen gegen Kummer?

Thomalla: Ich denke, shoppen kompensiert nur bedingt und für einen kurzen Moment. Man kann sich ein tolles neues Kleidungsstück anziehen, doch der Kummer schummelt sich wieder hervor und bleibt, bis man ihn wirklich verarbeitet hat.

Was ist wichtig, damit eine Patchworkfamilie klappt?

Thomalla: Die Bereitschaft aller, sich auf diese Familiensituation einzulassen. Und immer wieder miteinander reden und nicht Probleme zulange totschweigen.

Warum tragen so viele ehemalige Partner die Konflikte auf dem Rücken der Kinder aus?

Thomalla: Wenn Trennungen in gegenseitigem Respekt ablaufen, leiden auch die Kinder nur selten. Leider ist bei einer Trennung aber meist einer der beiden Beteiligten emotional mehr verletzt. Da fällt es dann wohl schwerer, die Kinder nicht als "Waffe" zu benutzen. Ich bin immer dafür, sich in solchen Situationen Hilfe von außen zu holen, weiß aber, das ist leichter gesagt als umgesetzt.

Wäre eine WG etwas für Sie?

Thomalla: Nein, aus dem Alter bin ich raus!

Schlangen, Mäuse, Spinnen. Wie finden Sie diese Tiere?

Thomalla: Ich habe vor geraumer Zeit mit einer großen Schlange gedreht und war ganz begeistert, als man sie mir um den Hals legte. Mäuse sehen possierlich aus, da finde ich eher Ratten ganz furchtbar. Spinnen sind jetzt nicht ganz so meine Freunde, aber eine Phobie habe ich nicht.

 

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