Marcus von Anhalt weiter in Haft Neuer Haftbefehl: "Protz-Prinz" bleibt hinter Gittern

Strahlt vor Gericht: Prinz Marcus von Anhalt. Foto: Torsten Huber

Ende März entschied der Bundesgerichtshof, dass der Prozess gegen Nachtclubbesitzer Marcus Prinz von Anhalt wegen Steuerhinterziehung neu aufgerollt werden muss. Jetzt sorgte das Landgericht Augsburg allerdings dafür, dass der "Prozt-Prinz" bis dahin weiter hinter Gittern bleiben muss.

 

Augsburg - Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte die ursprüngliche Verurteilung von Anhalts zu vier Jahren Gefängnis aufgehoben. Das Landgericht Augsburg hatte Anfang 2015 den selbst ernannten "Protz-Prinzen" wegen Steuerhinterziehung von mehr als 800.000 Euro verurteilt, weil er seine sechs Luxusautos von der Steuer abgesetzt hatte.

In dem neuen Prozess wird es allerdings nicht um die Verurteilung als solche gehen, der BGH hat nur die Strafhöhe moniert. Die Karlsruher Richter seien der Ansicht, bei der Bewertung der Autos müsse ein gewisser betrieblicher Anteil berücksichtigt werden, erklärte Augsburgs Gerichtssprecher Claus Pätzel. "Dadurch würde sich die Höhe des Steuerschadens reduzieren."

Gericht fürchtet Flucht des Prinzen ins Ausland

Dennoch geht das Landgericht davon aus, dass auch das neue Strafmaß hoch ausfallen wird – und sieht deshalb Fluchtgefahr bei Marcus von Anhalt. Bei den zahlreichen Wohnungen, über die der Bordell-Chef im Ausland verfüge, bestehe die Gefahr, dass er sich im Falle einer Freilassung jederzeit absetzen und damit einer neuen Haftstrafe entziehen könne.Aus diesem Grund hat die 2. Strafkammer des Landgerichts Augsburg am Dienstag einen neuen Haftbefehl erlassen.

Als Beginn der neuerlichen Hauptverhandlung wurde der 17. Mai 2016 benannt. Es ist davon auszugehen, dass sich das Verfahren über mehr als zehn Verhandlungstage erstrecken wird.

Geboren wurde Prinz von Anhalt übrigens unter dem Namen Marcus Eberhardt, seinen Adelstitel hatte er von Frederic Prinz von Anhalt gekauft. Im Sommer 2015 wurde er in Augsburg auch wegen Beleidigung eines Staatsanwalts zu einer Geldstrafe von 60.000 Euro verurteilt. Der Angeklagte hatte in einem Brief den Beamten als "dümmsten Staatsanwalt der Welt, der schielt, zu klein ist und gerne George Clooney wäre, aber voll ist mit Komplexen" bezeichnet.

 

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