Mannschaftsarzt des FC Bayern schmeißt hin Müller-Wohlfahrt weg! Details am Freitag?

Seit 40 Jahren Teamarzt beim FC Bayern: Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt Foto: dpa

Er ist der Arzt, dem die Sportler vertrauen. Das Vertrauen zum FC Bayern hingegen scheint für Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt erloschen zu sein. Ohne Vorwarnung legte er all seine Ämter bei den Bayern nieder. Gab es Streit mit Guardiola?

 

München - Am Donnerstagabend kam es beim FC Bayern durch eine Hiobsbotschaft zu einem mindestens mittelschweren Erdbeben: Der langjährige Mannschaftsarzt Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt schmeißt hin! Mit sofortiger Wirkung treten er und sein gesamter medizinischer Stab von allen Ämtern beim Rekordmeister zurück.

Warum schmiss der Bayern-Doc hin?

Bereits am Freitagmittag könnte es erste Antworten auf Fragen nach den genauen Gründen für das Aus von "Mull" geben. Trainer Pep Guardiola wird in München auf der Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel bei 1899 Hoffenheim erwartet. Am Samstag soll trotz der Verletzungsprobleme der erste von drei noch fehlenden Siegen auf dem Weg zur 25. deutschen Meisterschaft gelingen.

"Vertrauenverhältnis nachhaltig beschädigt"

Müller-Wohlfahrt teilte in einer Presseerklärung am Donnerstagabend mit, nach der Partie sei "aus uns unerklärlichen Gründen die medizinische Abteilung für die Niederlage hauptverantwortlich gemacht" worden. Man sehe dadurch das für eine erfolgreiche medizinische Arbeit notwendige Vertrauensverhältnis nachhaltig beschädigt. Nähere Angaben wurden nicht gemacht. Bayern-Sprecher Markus Hörwick konnte den Schritt zunächst nicht bestätigten. Man habe von der Mitteilung keine Kenntnis und könne sie nicht kommentieren.

Der 72-jährige Müller-Wohlfahrt war seit 1977 mit einer kurzen Unterbrechung Mannschaftsarzt der Münchner und betreut auch die deutsche Nationalmannschaft. Zwischen Bayern-Trainer Guardiola und Müller-Wohlfahrt war es in der Vergangenheit bereits zu Meinungsverschiedenheiten gekommen, das Verhältnis galt als belastet.

Streit um Thiago mit Guardiola

Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hatte vor einem halben Jahr entsprechende Berichte allerdings dementiert und versichert, es gebe keinen medizinischen Dissens bei Bayern München. Vor dem Champions-League-Spiel beim AS Rom im vorigen Oktober widersprach Rummenigge Berichten, es habe einen Streit um die Behandlung und den Operationsort von Thiago gegeben, der nach einem dritten Innenbandteilriss in Barcelona behandelt wurde. Guardiola hatte Thiago gegen den Rat der Bayern-Ärzte nach Spanien geschickt und anschließend erklärt, das sei vielleicht ein großer Fehler gewesen.

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Unter Klinsmann schmiss Müller-Wohlfahrt schon einmal hin

Nach der Pleite in Porto, wo Medhi Benatia (Muskelfaserriss), Franck Ribéry (Knöchelprobleme), Arjen Robben (Bauchmuskelriss), Javi Martinez (Kreuzbandriss) und David Alaba (Innenbandriss) verletzt gefehlt hatten, kam es nun offenbar zum Bruch. Das Ärzte-Quartett sieht "dadurch das für eine erfolgreiche medizinische Arbeit notwendige Vertrauensverhältnis nachhaltig beschädigt".

Schon einmal war Müller-Wohlfahrt in seiner langen Bayern-Karriere beim Rekordmeister zurückgetreten: Nach einem Streit mit Jürgen Klinsmann im Jahr 2008 kehrte er allerdings unmittelbar nach dessen Entlassung zurück.

 

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