Manchester United Der FC Bayern atmet auf: Trainer Ferguson tritt ab

Eine lebende Legende tritt ab: Sir Alex Ferguson hört nach 27 Jahren auf. Er gewann 49 Titel - dem FC Bayern fügte er 1999 die Mutter aller Niederlagen zu.

Manchester – Eine lebende Legende tritt ab: Sir Alex Ferguson wird 27 Jahre nach seinem Amtsantritt als Teammanager des englischen Fußball-Rekordmeisters Manchester United aufhören. Dem FC Bayern fügte er die Mutter aller Niederlagen zu, seine Schuh-Attacke gegen David Beckham ging fast ins Auge, und Arsene Wenger hatte er während seiner gesamten Ära im Visier.

 

Doch mit den Erfolgen und Eskapaden des schottischen Ritters ist jetzt Schluss: Sir Alex Ferguson, wegen seiner aufbrausenden Art mit dem Spitznamen „Der Föhn“ versehen, wird nach 27 Jahren beim englischen Fußball-Rekordmeister Manchester United zum Saisonende aufhören. „Ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht, aber es ist der richtige Zeitpunkt“, sagte der 71 Jahre alte Teammanager am Mittwoch.

Vor eineinhalb Wochen hatte der im Glasgower Stadtteil Govan geborene Alexander Chapman Ferguson seinen Klub zum 20. Meistertitel geführt. Für den früheren Profi war es der 49. Titel als Vereinstrainer. Ferguson gewann mit Manchester 38 Trophäen, darunter zweimal die Champions League, 13-mal die Meisterschaft und fünfmal den FA-Cup.

Sein letztes Spiel als Teammanager wird das Duell mit West Bromwich Albion am 19. Mai sein – dann steht Ferguson zum 1500. Mal als Coach an der Seitenlinie. Anschließend wird er in den Vorstand des Klubs aufrücken und United als Botschafter erhalten bleiben. 'Für mich ist es wichtig, den Verein in bestmöglicher Verfassung zu hinterlassen – und ich denke, das tue ich", sagte Ferguson: „Die Qualität dieser Meistermannschaft und das Alter des Teams garantieren auch langfristig weiteren Erfolg auf höchstem Niveau. Der Verein steht vor einer glänzenden Zukunft.“

Der Klub gab noch keinen Hinweis darauf, wer auf Ferguson folgen könnte, die Presse spekuliert über David Moyes vom FC Everton. Auch Jose Mourinho und Jürgen Klopp werden in den englischen Medien gehandelt. „United hat Klopp an die Spitze der Nachfolgeliste für Ferguson gesetzt“, schrieb der Mirror. Der Guardian sieht Klopp bei Manchester als „den Mann im Scheinwerferlicht“. Klopp hat zuletzt allerdings immer wieder betont, seinen bis 2016 laufenden Vertrag bei Borussia Dortmund erfüllen zu wollen.

Das Ende der Ära Ferguson hat in der gesamten Fußballwelt für großes Aufsehen gesorgt. Weggefährten wie Kontrahenten würdigten die Erfolge des Trainers. „Seine Verdienste um das Spiel sichern ihm ohne Zweifel einen Platz unter den Größten“, schrieb FIFA-Präsident Joseph S. Blatter bei Twitter, das eine Stunde nach der Rücktrittsveröffentlichung bereits 1,4 Millionen Reaktionen verzeichnet hatte.

Der englische Premierminister David Cameron nutzte die Plattform ebenfalls und bezeichnete die Lebensleistung Fergusons als „außergewöhnlich“ – mit britischem Humor fügte der Edelfan von Aston Villa an: „Hoffentlich macht sein Rücktritt das Leben für meinen Klub leichter.“ Für den Präsidenten des englischen Verbands (FA), David Bernstein, ist Ferguson „einer der größten Trainer aller Zeiten“.

In Manchester ist diese Erkenntnis nicht neu. Dort ist bereits eine Tribüne des Old Trafford nach Ferguson benannt, vor dem Stadion können die Besucher ihn als Bronzestatue bewundern. Den Ruhm nimmt der Coach, der vor seiner Zeit bei United mit dem FC Aberdeen den Europapokal der Pokalsieger gewonnen hat und kurzzeitig auch schottischer Nationaltrainer war, mit in den Ruhestand. „Ich muss mich nun um meine Familie kümmern. Ihr gebührt mein größter Dank.

Meine Frau Cathy war die Schlüsselfigur während meiner gesamten Karriere. Sie war und ist der große Rückhalt für mich. Ich kann nicht in Worte fassen, was sie für mich bedeutet“, sagte Ferguson, der nach dem Gewinn des Triples im Juli 1999 zum Ritter geschlagen wurde. Beim deutschen Rekordmeister aus München erinnert sich niemand gerne an dieses Jahr zurück.

'Ich kann es nicht glauben, ich kann es nicht glauben! Fußball, verdammte Hölle", schrie Ferguson damals nach dem Last-Minute-Sieg gegen die Bayern im Finale der Königsklasse durch das Stadion Camp Nou. Seinen Superstar Beckham schrie Ferguson nach einer Niederlage im FA-Cup nicht nur an.

Ein von Ferguson gekickter Schuh verursachte im Jahr 2003 eine Platzwunde bei Beckham. Immerhin ist „Becks“ nicht nachtragend. „Niemand hatte jemals einen größeren Effekt auf den Fußball“, sagte er über den Rücktritt seines Ex-Trainers.

 

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