Managerin Kehm im Interview Schumi: Deshalb gibt es keine Infos über seinen Zustand

, aktualisiert am 26.05.2017 - 11:51 Uhr
Ein besessener Rennfahrer: Michael Schumacher nach seinem Sieg beim Großen Preis von Malaysia im Jahr 2004. Foto: dpa

Auf der Rennstrecke besessen vom Erfolg, zu Hause ein einfühlsamer Vater: Für Managerin Sabine Kehm ist Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher (48) ein Mensch mit vielen Facetten. Warum nichts über Schumis Gesundheitszustand bekannt wird.

 

Hannover - Als Rennfahrer habe der Kerpener "alles dem Sieg untergeordnet", er sei bereit gewesen, "zu sich selbst fast schon gnadenlos zu sein", sagte Kehm in einem Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND): "Michael hat alles dafür getan, Rennen zu gewinnen. Um dem Team das zu geben, was das Team von ihm wollte: Siege."

Im Privatleben sei Schumacher "ein komplett anderer Typ. Sehr locker, sehr rheinländisch, sehr großzügig, auch sensibel. Ein äußerst liebevoller Familienvater und Familienpartner", sagte Kehm: "Die Familie war immer das Wichtigste. Das war immer ganz klar. Ein guter, verlässlicher, manchmal bis ins Alberne gehende Freund, der Spaß haben wollte und konnte im Leben."

Dreieinhalb Jahre nach dem Skiunfall, bei dem Schumacher ein Schädel-Hirntrauma erlitt, gibt Managerin Kehm auch Einblicke, warum sie so konsequent zu seinem Gesundheitszustand schweigt und wie die Tage rund um die Tragödie liefen. "Michael hat sehr konsequent eine klare Grenze zwischen der öffentlichen Person und der Privatperson gezogen. Das haben die Fans und Medien immer akzeptiert. Die Entscheidung, die Privatsphäre vor der Öffentlichkeit zu schützen, ist in Michaels Interesse getroffen worden. Es ist das Recht der Familie, damit so umzugehen, wie es am besten ist für die Familie", sagte Kehm.

Nach dem Unfall: "Jagdfieber vor dem Krankenhaus"

An den Tag des Unfalls erinnert sie sich noch sehr genau. "Ich war bei meinen Eltern, wir hatten zuvor Weihnachten gefeiert. Da rief mich ein französischer Journalist an. Michael Schumacher sei verunglückt, er wolle eine Bestätigung. Am Nachmittag wusste ich, dass die Situation ernst ist. Am nächsten Morgen war ich dann im Krankenhaus in Grenoble“, sagte Kehm dem RND über den Unfall 29. Dezember 2013.

Noch heute denkt sie an die Aggressivität der Medien vor dem Krankenhaus. "Es war eine große Aufgeregtheit, ein regelrechtes Jagdfieber. Ein Journalist hatte sich als Priester verkleidet, ein anderer angegeben, Michaels Vater zu sein. Den Mitarbeitern im Krankenhaus war anfangs nicht klar: Wer ist hier eigentlich wer? Eine schwierige Zeit."

Kehm über Schumachers Sohn Mick: "Er macht das perfekt"

Mittlerweile managt Kehm auch die Rennfahrer-Laufbahn von Schumachers Sohn Mick, der in der Formel 3 an den Start geht. "Das erste Jahr ist ein Lernjahr. Mick macht das perfekt, er geht unbeirrt seinen Weg, lässt sich nicht unter Druck setzen und nimmt sich die Zeit, die es braucht, um ein kompletter Rennfahrer zu werden", sagte Kehm.

 

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