Mailand, Madrid, Tottenham Audi Cup: Peps zweiter Versuch

Die Gäste des diesjährigen Audi Cups: AC Mailand, Real Madrid und Tottenham Hotspur. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Nach der Supercup-Pleite geht es für Bayern-Coach Pep Guardiola um das nächste Titelchen der Saison. Die Gegner heißen Real Madrid, AC Mailand und Tottenham Hotspur. Die AZ stellt sie vor.

 

München - Pep Guardiola saß am weitesten entfernt von dem Objekt der Begierde. Neben ihm hatten seine Trainerkollegen Rafael Benitez (Real Madrid), Sinisa Mihajlovic (AC Mailand) und Mauricio Pochettino (Tottenham Hotspur) in der Lobby des Westin Grand Hotels zur Pressekonferenz Platz genommen. Noch ein wenig weiter links, war die Trophäe platziert, die die vier Teams heute und morgen untereinander ausspielen.

Die vier Herren konnten also schon einmal Blickkontakt mit dem glänzenden Silber aufnehmen. Der Supercup war den Bayern am Wochende in Wolfsburg in letzter Minute noch aus den Händen gerissen worden.

Nun also der zweite Versuch, das erste Titelchen dieser Saison zu holen. Im Gegensatz zum Supercup weiß Guardiola, der mit den Bayern am Dienstag (20.45 Uhr, ZDF) gegen Mailand spielt, genau, wie man den Audi Cup gewinnt. Schon zwei Mal hat er das geschafft – ein Mal mit dem FC Barcelona, ein Mal mit den Bayern. Jetzt also der Dreifach-Erfolg? „Dieses Triple interessiert mich nicht“, sagte Guardiola.

Die Duelle mit den prominenten Gästen der Münchner dagegen schon: „Das ist ein Wahnsinns-Turnier und guter Test. Es treffen einige der besten Mannschaften Europas aufeinander.“

Mit Real Madrids Mittelfeldchef Toni Kroos kehrt ein Ex-Bayer zurück an seine alte Wirkungsstätte. „Ich bin gespannt auf sein Spanisch“, sagte Guardiola. Kroos’ aktueller Coach Benitez antwortete umgehend: „Er ist ein super Spieler – und sein Spanisch ist akzeptabel.“ Möglicherweise rückt Neuzugang Arturo Vidal nach seinem Debüt beim Supercup bei dem Mini-Turnier nun erstmals in Guardiolas Startelf: „Er hat gut gespielt und wird gegen Milan Minuten bekommen.“

Großer Name, sonst nix?

Bayerns Halbfinalgegner ist der AC Mailand. Ein großer Name, aber nichts (mehr) dahinter?

Der Glanz vergangener Tage, in denen Kaka & Co. regelmäßig im Finale der Champions League standen, verblasst mehr und mehr. Der bislang letzte Triumph in der Königsklasse liegt schon acht Jahre zurück.

Das legendäre Endspiel, in dem sich der AC dem FC Liverpool mit einem gewissen Xabi Alonso nach 3:0-Führung noch im Elfmeterschießen geschlagen geben musste, ist noch länger her: 2005.

Die vergangene Spielzeit in der Serie A schloss Mailand lediglich als Zehnter ab und verpasste damit zum zweiten Mal in Folge den internationalen Wettbewerb.

Ein asiatischer Investor soll dem 18-maligen Meister nun wieder neues Leben einhauchen. So soll sich Vereinspräsident Silvio Berlusconi mit dem Thailänder Bee Taechaubol bereits auf den Verkauf von 48 Prozent der Klub-Anteile geeinigt haben – für 480 Millionen.

Topstars, wie früher etwa Gennaro Gattuso, Mark van Bommel, Robinho oder etwa Zlatan Ibrahimovic, hat das Team derzeit nicht zu bieten. Der Deutsch-Italiener Riccardo Montolivo ist Kapitän. Mit Carlos Bacca vom FC Sevilla für 30 und Donezks Luiz Adriano für acht Millionen wurden zwei Torjäger verpflichtet.

Insgeheim träumt Milan aber sogar vom großen Coup, von der Rückkehr von Ibrahimovic. „Wenn er kommen sollte, wäre es für uns ein großer Sprung nach vorne“, sagte AC-Coach Sinisa Mihajlovic.

 

„Bestia Negra“ reloaded

Während Reals Rivale Barcelona sich das Triple sicherte, ging Madrid in der vergangenen Spielzeit, was Titel angeht, leer aus. Als fast schon logische Konsequenz musste Carlo Ancelotti, der das Team im Jahr zuvor noch zum Champions-Leauge-Triumph geführt hatte, gehen und wurde durch Rafael Benítez ersetzt.

Auf dem Weg zu „La Decima“, dem zehnten Königsklassentriumph, hatte Real auch Pep Guardiolas Bayern besiegt, im Rückspiel in der Allianz Arena sogar mit 4:0. Eine Revanche für diese Schmach steht noch immer aus. Zu einem aus Münchner Sicht durchaus gewünschten erneuten Duell kam es in der vergangenen Spielzeit nicht.

Der FC Bayern brennt darauf, seinem Ruf die „Bestia Negra“ und somit der Angstgegner der Madrillenen zu sein, wieder gerecht zu werden. Zudem spielt mit Toni Kroos ja auch noch ein Ex-Bayer in Reals Reihen, der sich aufgrund fehlender Wertschätzung – emotionaler und finanzieller Art – 2014 aus München Richtung Madrid verabschiedete.

Gleiches beklagte Reals langjähriger Anführer und Fixpunkt der Mannschaft, Xabi Alonso, den Guardiola bekanntlich wiederum im Gegenzug in die bayerische Hauptstadt lotste.

Bayern-Schreck Cristiano Ronaldo, der beim 4:0 doppelt traf, flog wegen eines Hexenschusses nicht mit nach München. Auch Karim Benzema fällt wegen einer Muskelzerrung im rechten Oberschenkel aus. Brisant ist’s trotzdem.

In geheimer Mission

Bei dem Vier-Ringe-Turnier in München ist Tottenham Hotspur Real Madrids Halbfinalgegner. Wie James Bonds MI6 haben auch die Spurs bekanntlich ihr Hauptquartier in London. Und auch sie reisen nun in geheimer Mission an. Denn im Eröffnungsspiel der Premier League am Samstag treffen sie auf, ja richtig: Manchester United.

Jenen Klub also, dem sich Bayerns frührer „Fußballgott“ Bastian Schweinsteiger nun angeschlossen hat.

Ein Treffen mit den Spielern des FC Bayern im Finale würde Tottenham möglicherweise nützliche Informationen zu spielen.

Bei ihrem Co-Trainer dürften sich die Londoner ohnehin bereits über Schweinsteiger erkundigt haben. Der kommt ebenfalls aus Deutschland: Steffen Freund. Mit Kevin Wimmer verpflichteten die Spurs im Sommer einen Abwehrspieler aus der Bundesliga.

Sammer über FCB-Trainer "Bayern wird auch ohne Guardiola atmen"

Für den 22 Jahre alten Österreicher überwiesen sie sieben Millionen an den 1. FC Köln. Medienberichten zufolge soll demnächst ein weiteres Millionenangebot, in zweistelliger Höhe, für Stuttgarts Sturmtalent Timo Werner folgen, dem englischen TV-Deal sei Dank. Etwa mit dem Dänen Christian Eriksen hat man sehr wohl interessante Spieler in den Reihen. Beim Ex-Klub von Jürgen Klinsmann und Gareth Bale dreht sich aber fast alles um Harry Kane. Vergangene Saison erzielte er 31 Pflichtspieltore, 21 davon in der Liga.

Nicht schlecht, für Englands großen Hoffnungsträger...

 

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