Spezl lockten sie in Keller Schreckliche Vergewaltigung in Giesing: Auch "Retter" vergeht sich

, aktualisiert am 14.11.2017 - 17:12 Uhr
Hilfesuchend wendet sich die Frau an den Freund. Doch die Flucht in den Keller wird zur Falle. (Symbolbild) Foto: dpa

Ein 19-Jähriger bedrängt eine Verkäuferin. Als sie bei einem ihrer Kollegen Schutz sucht, wird auch der zum Täter.

Giesing -  Als die 21-Jährige zu einer Party im Keller eines Mietshauses in Giesing eingeladen wird, ahnt sie nichts Böses. Sie kennt die Gastgeber, die Männer (18 und 19) arbeiten als Hausmeister. Der Jüngere jobbt in der Tankstelle, in der sie arbeitet.

Die Party fand am letzten Freitag statt. In dem Keller feiern öfters junge Leute. Die beiden 18 und 19 Jahre alten Männer aus Neuperlach arbeiten in der Stadt als Hausmeister, sie kümmern sich auch um das Mietshaus in Giesing. Deshalb durften sie an diesem Abend den Partyraum benutzen.

Der 18-Jährige, der in seiner Freizeit an einer Tankstelle jobbt, stellt seiner Kollegin einen Freund vor.

Im Lauf des Abends zeigt der 19-Jährige immer größeres Interesse an der Verkäuferin. Er versucht, sie zu küssen. Doch die 21-Jährige lässt ihren neuen Verehrer abblitzen. Sie gibt ihm unmissverständlich zu verstehen, dass sie kein Interesse habe, und stößt ihn weg. Der Hausmeister lässt nicht locker. Im Gegenteil. Als die Frau zur Toilette geht, folgt er ihr. Er drängt sie mit Gewalt an die Wand. Er presst seine Hand zwischen ihre Beine und fordert sie auf, mit ihm zu schlafen.

Sie hoffte vergeblich auf Hilfe

Die 21-Jährige kann sich losreißen. Sie läuft zurück in den Partykeller. Sie weiß, dass dort noch ihr Kollege von der Tankstelle feiert. Er würde sie vor dem aufdringlichen 19-Jährigen beschützen, ihr den Kerl vom Hals halten – so denkt sie jedenfalls.

Doch der 18-Jährige nützt die Notlage seiner Kollegin schamlos aus. Als sein Freund die Verkäuferin im Partykeller auf ein Sofa stößt, packt er ihre Hände und hält sie fest. Die Männer begrapschten die 21-Jährige. Dabei dringen laut Polizei beide mit dem Finger in die Frau ein. Nach der Vergewaltigung bringen die jungen Burschen das Opfer nach Hause. Offenbar sind sie überzeugt, dass sie ungeschoren davonkämen.

Doch am nächsten Tag vertraut sich das Opfer der Mutter und einer Freundin an. Beide überzeugen sie, Anzeige bei der Polizei zu erstatten.

Die beiden mutmaßlichen Sex-Täter werden wenig später in ihren Wohnungen in Neuperlach von der Kripo festgenommen. Der 18-Jährige verweigert bisher die Aussage. Sein Freund bestreitet sogar, dass es in dem Partykeller zu einer Vergewaltigung gekommen sei. Die beiden mutmaßliche Sex-Täter sind inzwischen wieder auf freiem Fuß.

Juristisch gilt als Vergewaltigung, wenn der Täter gegen den Willen des Opfers in dessen Körper eindringt, egal ob Finger oder Penis. Laut Paragraf 177 Strafgesetzbuch liegt ein besonders schwere Fall vor, weil die Täter zu zweit waren. Im Prozess droht ihnen deshalb eine Haftstrafe von mindestens zwei Jahren. 

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