Luther-Preis "Das unerschrockene Wort" Regensburger Wirte für Kampf gegen Rechts geehrt

Ein Aufkleber mit der Aufschrift «Rassisten werden hier nicht bedient!» am Café Picasso in Regensburg. Der Initiative haben sich rund 150 Gastwirte in Bayern angeschlossen. Foto: Armin Weigel/dpa

Die russische Punkband Pussy Riot ging leer aus – den Zivilcourage-Preis „Das unerschrockene Wort“ bekam stattdessen eine Initiative von Regensburger Gastwirten.

 

Eisleben – Die Regensburger Gastwirte-Initiative „Keine Bedienung für Nazis“ ist mit dem Zivilcourage-Preis „Das unerschrockene Wort“ geehrt worden. Eine der Begründerinnen der Initiative, Helga Hanusa, nahm die Urkunde am Samstag in Eisleben (Sachsen-Anhalt) bei einer Feierstunde entgegen.

Die Gastwirte hatten sich nach einem rassistisch motivierten Angriff auf einen Barkeeper zusammengeschlossen und sperren seitdem Neonazis aus ihren Lokalen aus.

Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung wird alle zwei Jahre im Namen von 16 deutschen Lutherstädten vergeben.

Für Aufsehen und viel Kritik hatte die Nominierung der russischen Punkband Pussy Riot durch die Lutherstadt Wittenberg gesorgt. Vor allem die evangelische Kirche übte harsche Kritik.

Der Wittenberger Theologe, Friedenspreisträger und Ex-DDR-Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer verurteilte die Art des Protests von Pussy Riot als Gotteslästerung.

Die Frauen hatten in der Moskauer Erlöserkathedrale gegen Kremlchef Wladimir Putin protestiert. Sie wurden am 2. März 2012 verhaftet und im August wegen „Rowdytums aus religiösem Hass“ zu zwei Jahren Straflager verurteilt.

Der Initiative „Keine Bedienung für Nazis“ gehören fast 150 Gastronomen aus Regensburg an. Andere Wirte in Bayern schlossen sich dem Beispiel an.

Zudem wurde die Broschüre „Rassisten werden hier nicht bedient“ erarbeitet, die Gastwirten helfen soll, Rechtsextremisten zu erkennen.

Mit dem Luther-Preis werden Menschen geehrt, die wie einst der Reformator Martin Luther (1483-1546) ihre Überzeugung mutig und standhaft gegen Widerstände verteidigen.

2011 hatten der Chefredakteur der russischen Tageszeitung „Nowaja Gaseta“, Dimitrij Muratow, und die Redaktion die Auszeichnung bekommen.

 

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