Luigi al Mercato In zweiter Generation

Wein aus der Karaffe, rot-weiß-karierte Tischdecken: Das „Luigi al Mercato“ ist eine Trattoria wie im ländlichen Italien. Foto: Petra Schramek

Die Trattoria „Luigi al Mercato“ gegenüber der Schrannenhalle hat der Sohn übernommen. Es bleibt bodenständig, verspricht Massimo

 

Würde jetzt die Tür aufgehen und eine Horde Bauarbeiter im Blaumann käme herein um große Portionen Pasta in sich hineinschlingen, es würde ins Bild passen.

„Luigi al Mercato“ in der Prälat-Zistl-Straße ist eine Trattoria, wie man sie im ländlichen Italien oft findet: Kleine Speiselokale mit einfacher Küche und familiärer Atmosphäre. Wo Arbeiter für wenig Geld satt werden. Wo ohne zu zögern ein zweites oder drittes Glas bestellt wird, weil der Hauswein eh günstig und trinkbar ist.

Luigi Mele, der aus Lecce in Apulien stammt, hat die kleine Trattoria vor 17 Jahren eröffnet. Nun hat er sich in seiner Heimat zur Ruhe gesetzt und sein Erbe dem 26-jährigen Sohn Massimo übergeben. Der ist mit der Gastronomie groß geworden und weiß, auf was er sich einlässt. „Seit ich 14 bin, springe ich hier herum und helfe.“ Seine Schwester Daniela bedient vormittags. Der Onkel steht abends hinter dem Tresen und zapft Bier. Hinter der Bar brutzelt der sardische Koch Roberto.

Der Gast, der im engen, meist vollen Einraumlokal sitzt, in das gerade einmal zehn Tische passen, blickt durch die Scheibe auf die erleuchtete Schrannenhalle. Konkurrenz für den Laden des jungen Chefs ist sie nicht. „Wir haben 70 Prozent Stammgäste und manche kommen seit 17 Jahren her – Stimmt’s, Anita?“, ruft er einer älteren Dame am Nebentisch zu, die kurz die Gabel ablegt, nickt und lacht. „Ja, das hier ist so etwas wie mein zweites Wohnzimmer.“

Man kennt sich hier. Wer reinkommt, sagt schon mal Hallo und hebt die Hand. Daher schaut das Stammpublikum auch nicht auf die Karte, wenn es sich am Tisch bequem macht. Pasta, Pizza, Fisch und Fleisch findet sich dort, das übliche Angebot jedes Italieners.

Die Gäste blicken lieber auf die beiden Tafeln an der Wand, auf denen mit Kreide steht, was die Küche tagesfrisch anzubieten hat: Heute Abend Rinderleber alla Veneziana (11,90 Euro), Maccheroni mit getrockneten Tomaten und Pesto (8,90), Spaghetti Aglio e Olio mit Meeresfrüchten (8,90) und als Dessert Cannolo Siciliano (5,50). Das Dorsch-Carpaccio ist aus, der Hecht auch, sagt Chef Massimo zum Leidwesen mehrere Gäste. Dafür könnte er ein Oktopus-Carpaccio (10,90) zubereiten und den Dorsch so servieren, als ganzen Fisch.

Ein Dauerbrenner ist die Löwenzahn-Pizza mit Speck und großen Zwiebelstückchen, die dem Löwenzahn die bittere Note nimmt. „Früher hatten wir die Löwenzahn-Pizza als Tagesgericht, aber sie wurde so oft nachgefragt, dass wir sie jetzt immer auf der Karte haben.“ Mittwochs ist Pizzatag, da kosten alle Pizzen 5 Euro, sonst je nach Belag zwischen 5,50 und 10,50 Euro.

In „Massimo al Mercato“ wird die Trattoria trotz des Generationenwechsels nicht umbenannt werden. „Der Name bleibt“, sagt Massimo in seiner zurückhaltenden Art. „Die Küche auch. Papa hat es aufgebaut, und ich will alles so belassen.“

Wer den Wein übrigens zwischen Bier und Aperitivi auf der Karte sucht, kann lange schauen. Wein steht nicht drauf. es gibt einen Roten und einen Weißen, beides Hausweine aus dem Veneto. Daheim im Wohnzimmer muss nicht lange überlegt werden. Da kommt die Karaffe einfach auf den Tisch. 


Prälat-Zistl-Straße 1, Montag bis Samstag von 11 Uhr bis 23 Uhr, Sonntag Ruhetag, Reservierungen unter Tel.: 26 31 23

 

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