Luftverkehr Airbus untersucht fast jede dritte A380 auf Risse

Neue Probleme beim Riesenflieger A380: Der europäische Flugzeugbauer Airbus muss 20 Exemplare auf Risse an den Tragflächen untersuchen lassen. Das entspricht fast einem Drittel der insgesamt 67 Flugzeuge des Typs, die bisher weltweit im Dienst sind.

 

Paris - "Wenn der Mangel nicht entdeckt und behoben wird, kann er möglicherweise die Stabilität des Flugzeugs beeinträchtigen", teilte die europäische Flugsicherheitsbehörde EASA mit. Die Überprüfung müsse deshalb innerhalb der kommenden Wochen stattfinden.

Die EASA-Anweisung betrifft alle Flugzeuge, die bereits mehr als 1300 Starts und Landungen hinter sich haben. Maschinen, die bereits auf mehr als 1800 Flüge kommen, müssen innerhalb von vier Tagen untersucht werden. Anfang Januar war bekannt geworden, dass an mehreren Flugzeugen des Mega-Jets Risse in Tragflächen-Teilen aufgetreten sind.

Ursprünglich hatte Airbus angenommen, die Mängel bei den alle vier Jahre vorgesehenen Wartungsprüfungen reparieren zu können. Die Ursache der Risse sei Material- und prozessbedingt, sagte Airbus-Chef Thomas Enders im Fernsehsender CNN. Airbus habe eine Reparaturlösung entwickelt.

Betroffen sind nach bisherigen Angaben die Fluggesellschaften Qantas und Singapore Airlines sowie drei Testflugzeuge. Die Lufthansa hatte angegeben, bei ihren A380 keine Risse entdeckt zu haben. Auch die Fluggesellschaften Emirates, China Southern, Korean Air Lines und Air France-KLM haben die A380 im Einsatz.

Der erste Riss war an der A380 aufgefallen, die im November 2010 einen schweren Triebwerksschaden hatte. Zunächst war deswegen von einem Zusammenhang ausgegangen worden. Bei Qantas-Flug QF32 war kurz nach dem Start in Singapur in einem Triebwerk Öl ausgelaufen und in Brand geraten. Teile stürzten zu Boden. Die Piloten schafften eine Notlandung, die 469 Menschen an Bord kamen mit dem Schrecken davon.

 

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