Lokalsport Francisco Copado zieht in die Innenstadt

Francisco Copado, hier mit seiner Frau Evi Schribenhauser, ist neuer Sportchef in Unterhaching. Foto: abendzeitung

Ex-Manager Hartmann lernt Hachings Sportchef an. Der verzichtet auf ein Büro im Sportpark. Copado soll als Sportlicher Leiter zusammen mit dem neuen Coach, dem 90er-Weltmeister Klaus Augenthaler beim abstiegsbedrohten Drittligisten retten, was zu retten ist.

 

UNTERHACHING Der Revolutionsgewinner hatte sein Handy am Ohr, als er in Jeans und Strickweste aus seinem schwarzen Porsche-Viertürer stieg. Am Donnerstag um elf Uhr begann mit der Rückkehr Francisco Copados in Unterhaching die neue Zeitrechnung. Copado soll als Sportlicher Leiter zusammen mit dem neuen Coach, dem 90er-Weltmeister Klaus Augenthaler beim abstiegsbedrohten Drittligisten retten, was zu retten ist – und den Verein fit für die Zukunft machen.

In seiner ersten Amtshandlung am Tag nach dem 2:2 bei Holstein Kiel, traf sich Haching-Legende Copado gleich mal mit einer Institution der Vergangenheit: Norbert Hartmann, dem bisherigen Manager, der nach 25 Jahren als Manager gehen muss. Hartmann wird der SpVgg nur noch als Vorstandsberater zur Verfügung stehen. Außerdem soll er Copado im sportlichen und Ralf Bucher, den anderen Ex-Spieler, der Manager werden wird, im finanziellen Bereich einarbeiten. Er kam kurz nach Copado am Sportpark an. „Es tut schon ein bisschen weh nach 25 Jahren, in denen ich mein Herzblut für diesen Verein gegeben habe, etwas ruhiger zu machen, aber das ist wie in einer Ehe“, sagte Hartmann, „die Zeit kann man nicht zurückdrehen. Die Spielvereinigung ist meine Familie und es wird auch ohne mich weitergehen.“ Dann fügte der scheidende Manager noch nohinzu: „Auch ein Uli Hoeneß tritt beim großen Nachbarn in Zukunft kürzer.“

Dann verschwand Hartmann in der Geschäftsstelle, das erste Einarbeitungsgespräch mit Copado stand an. Der gleichzeitig genialste und unberechenbarste Fußballer, der je in Unterhaching kicken durfte, sprühte an seinem ersten Amtstag immerhin vor Tatendrang. „Ich habe heute schon mit dem Jugendleiter darüber gesprochen, was ich erwarte, und jetzt muss ich zur Begrüßung in die Kanzlei von Präsident Kupka“, sagte er nach seinem Treffen mit Hartmann. Nachmittags hatte Copado gleich den nächsten Termin: „Da treffe ich mich mit Leuten aus der Wirtschaft, die ich mit ins Boot holen möchte.“

Sein Büro wird Copado übrigens nicht im Sportpark beziehen. „Ich werde mir kein Büro auf der Geschäftsstelle nehmen, da soll sich der Ralf Bucher sein Büro suchen“, so Copado, „ich werde ein Büro in der Hachinger Innenstadt kriegen.“ Er wolle auch weiterhin als Repräsentant einer Sportgetränkefirma arbeiten, erklärte der Schwiegersohn von Haching-Schatzmeister Anton Schrobenhauser. Von der Geschäftsstelle aus könne er das nicht erledigen. Gut, dass die Wege in Unterhaching nicht so weit sind.

Reinhard Franke

 

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