Lokalsport Copado: „Leid tut er mir nicht“

Vor einem Jahr kickte Francisco Copado noch in Haching, dann ging er im Unfrieden. Nun ist er wieder zurück. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Hachings Ex-Star über das Hasenhüttl-Aus und seinen Schwiegervater, der den Klub finanziert.

 

AZ: Herr Copado, wie haben Sie reagiert, als Sie erfahren haben, dass Haching Trainer Ralph Hasenhüttl rauswirft? Sie hatten vor einem Jahr selbst Probleme mit ihm und beendeten Ihre Karriere.

FRANCISCO COPADO: Ich war überrascht von der Trennung, weil sie so plötzlich kam. Es gab nie irgendwelche Anzeichen für eine Entlassung. Ich hab nicht damit gerechnet. Mein Schwiegervater (Hachings Mäzen und Schatzmeister, der Bauunternehmer Anton Schrobenhauser, d. Red.) und ich haben davon gar nichts gewusst.

Tut Ihnen Hasenhüttl leid?

Was heißt leid? Leid tut er mir nicht. Er hatte einen schweren Stand und musste viel kämpfen im Verein, mit wenig Mitteln das bestmögliche erreichen und mit wenig Potenzial auskommen. Das ist ihm gelungen. Er hat aus nichts viel gemacht, wie man bei Anton Fink gesehen hat. Er hat gute Arbeit geleistet.

Sie haben nach Ihrem Aus in Haching gewarnt, dass es schwer wird bei dem hohen Ziel des Vereins – dem Aufstieg.

Ich habe das gesagt, weil ich die Mannschaft kenne und auch weiß, welche Mittel es in Haching gibt.

Jetzt ist Matthias Lust der neue Cheftrainer. Mit ihm haben Sie noch zusammengespielt. Ist er der Richtige?

Ich denke schon. Ich wünsche Lust in den letzten Spielen nur Siege. Dann hat die Spielvereinigung nichts zu befürchten. Lust war die ganzen letzten Jahre nah dran an der Mannschaft und kennt die Jungs am besten. Das ist eine gute Lösung, zumal der Verein kein Geld hat. Lust ist zumindest finanziell tragbar (lacht).

Es gibt Gerüchte, dass Ihr Schwiegervater Sie als Manager in Haching installieren will und Sie Manager Norbert Hartmann ablösen sollen.

Da ist überhaupt nichts dran, da wird auch nichts passieren. Manager Hartmann muss keine Angst haben (lacht). Ich würde nie einen Managerposten übernehmen, weil ich nie Manager werden wollte. Mein Ding wäre da eher eine Tätigkeit, wo ich mehr Kontakt zur Mannschaft hätte. Aber ich habe gerade einen Job, der mir Spaß macht. Wenn man im fußballerischen meine Hilfe bräuchte, könnte ich helfen, aber nicht im Management.

Gehen in Haching die Lichter aus, wenn Ihr Schwiegervater den Geldhahn zudreht?

Ja, mit Sicherheit. Er hat den Verein dahin gebracht, wo er die letzten Jahre war und auch jetzt ist. Natürlich sieht er nicht gern, wie das momentan in Haching läuft, aber dafür muss man Verständnis haben.

Haben Sie Angst um Ihre Spielvereinigung?

Ja, ich habe Angst, weil ich die finanzielle Lage kenne und sehe, wo die im Moment stehen. Ich weiß, wie es ist, wenn man in so einen Abstiegsstrudel kommt. Und wenn man erstmal da drin ist, dann ist es schwer dagegen anzukämpfen. Ich hoffe, dass die Jungs das kapieren und mit Lust wieder in die Spur kommen.

Interview: Reinhard Franke

 

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