Lokales Wöhrl erklärt uns seine neue Airline

Ohne Kerosin geht es ihm nicht gut: Hans Rudolf Wöhrl hat nach dem Verkauf seiner LTU-Anteile jetzt wieder eine Airline gegründet. Demnächst hebt die „Flynext“ ab. Foto: dpa

„Flynext“ soll mit zunächst zwei Airbus A 319 den Betrieb aufnehmen. Der Unternehmer sucht derzeit Crews und verspricht, dass sich die Gehälter an die Inflationsrate anpassen werden

NÜRNBERG Vier Jahre lang hatte sich der Nürnberger Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl (63) nach dem Verkauf der LTU aus dem Airline-Geschäft zurückgezogen. Jetzt ist er mit der Fluggesellschaft „Flynext“ zurück. Mit zwei Airbus A319 will er den Flugbetrieb aufnehmen. „Denn ganz ohne Kerosin, das muss ich nach vier Jahren Abstinenz schon eingestehen, gefällt es mir nicht“, schreibt er bei pilots.de, einem Internetforum für Verkehrspiloten.

Dort stellt er auch seine weiteren Ziele vor. Derzeit reaktiviert er das Unternehmen „Flynext“, die frühere „LTU Austria“. An dieser Gesellschaft hielt er immer noch Anteile, auch wenn diese keine Flugzeuge mehr hatte und nicht mehr flog. Die zwei Airbus A319, mit denen Wöhrl nun wieder abheben will, kommen von „Alpha Exec“, die Wöhrl übernommen hat. Derzeit laufen die entsprechenden Genehmigungsverfahren. „Daher gibt es keine verbindlichen Aussagen über Standorte und Flugpläne“, sagt Wöhrl, der 1974 den Nürnberger Flugdienst NFD gegründet hatte. Voraussichtlich wird „Flynext“ jedoch im Norden der Republik unterwegs sein.

Doch schon jetzt sucht der Airline-Manager, der zum Jahresbeginn seine verbleibenden Anteile am Modeunternehmen Wöhrl verkauft hat, neue Crews für seine Flugzeuge. Bei seiner Neugründung setzt er auf gutes Betriebsklima und eine motivierte Mannschaft im Cockpit und in der Kabine. Das will er mit „fairer Bezahlung mit einem soliden Festgehalt“ für das Kabinenpersonal und einem „Einheitsgehalt“ für Kapitän und Co-Pilot erreichen: „Zur Vermeidung von Problemen in der Zukunft werden diese Gehälter automatisch an die Inflationsrate angepasst!“

Zum Kaufpreis für die Airline sagt er nur so viel: „Es war kein Ein-Euro-Deal und es wird auch keiner werden. Wir haben einen fairen Kaufpreis bezahlt und wir werden auch unser eigenes Geld investieren.“ Das reicht für den Betrieb von bis zu vier Maschinen. Wenn es so weit ist, wird Wöhrl für das weitere Wachstum von „Flynext“ Finanzpartner brauchen und wohl die Mehrheit abgeben. Aber ganz zurückziehen wird er sich nicht mehr. Denn etwas Kerosin braucht er immer. mir

 

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