Lokales So mutig: Türkin (46) sagt gegen Killer-Ehemann aus

Vom eigenen Vater ermordet: Büsra (15). Foto: Sat1

Mutter der ermordeten Büsra (†15) gab vor Gericht an: „Er hat Terror auf sie ausgeübt.“

 

SCHWEINFURT Im Schweinfurter „Ehrenmord“-Prozess schilderte die Ehefrau den angeklagten Vater als Tyrannen. Mehmet Ö. habe seine Tochter Bürsa (15) nachts oft geweckt und „psychischen Terror“ auf sie ausgeübt. Was für ein mutiger Auftritt der Mutter angesichts der Umstände...

Der türkische Dönerverkäufer ist wegen Mordes an seiner Tochter angeklagt. Sie starb durch 68 Messerstiche Er soll sich vor allem über ihre Freundschaft mit Salih D. (17) geärgert haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Vater mit dem modernen Lebensstil von Büsra nicht einverstanden war. Er bestreitet das. Doch die Zeugenaussagen gestern belasteten den 47-Jährigen schwer.

Büsras Mutter (44) erzählte von den Verlustängsten ihre Mannes. Er habe sich Sorgen um die Zukunft der Gymnasiastin gemacht. Deshalb wollte er Büsra nicht mehr in die Schule lassen und sogar in die Türkei schicken. Wie die Schwägerin erklärte, passte es Mehmet Ö., dass seine Tochter viel im Internet chattete und telefonierte. Er kontrollierte Handy und Laptop.

Büsras Freund Salih berichtete, er und die Jugendliche seien seit Mitte Mai ein Paar gewesen. Sie hätten Händchen gehalten und sich auch geküsst, seien aber nicht intim geworden. Getroffen habe man sich heimlich, „damit es nicht rauskommt“, betonte der 17-Jährige. Zwei Wochen vor Büsras Tod habe Mehmet Ö. ihn angerufen und gebeten, seine Tochter in Ruhe zu lassen. Trotzdem habe er weiter Kontakt zu Büsra gehabt, die beiden hätten heiraten wollen. „Sie hat mir gesagt, dass sie Angst vor ihrem Vater hat“, erinnerte er sich.

Warum der dreifache Vater sein ältestes Kind umgebracht hat, können sich weder Ehefrau noch Schwägerinnen erklären. Das Verhältnis ihres Mannes zu Büsra sei sehr eng gewesen, viel intensiver als zu den anderen Kindern. Er habe sie sehr geliebt. Die Mutter selbst habe ihrem Mann aber gedroht, ins Frauenhaus zu gehen, sollte er die Familie weiter mit seinen Sorgen nerven.

 

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