Lokales Seehofer plaudert im Bratwursthäusle

Gut gelaunt trotz unbequemer Fragen: Ministerpräsident Horst Seehofer mit Moderator Rudolf Erhard im Bratwursthäusle. Foto: Berny Meyer

Der Ministerpräsident als „Überzeugungstäter“: Warum Nürnberg die Nordanbindung braucht...

 

NÜRNBERG Lag’s am Jubiläumsjahr oder am Stargast? Zum Politischen Frühschoppen von BR und Dresdner Bank, der sich in seiner 20-jähriger Geschichte zu einer Institition gemausert hat, platzte das Nürnberger Bratwursthäusle am Sonntag aus allen Nähten. Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) stellte sich den nicht immer bequemen Fragen von Moderator Rudolf Erhard und Gästen aus Politik und Wirtschaft, darunter Erlangens OB Siegfried Balleis (CSU), die Bundestagsabgeordneten Martin Burkert (SPD) und Michael Frieser (CSU), Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl und IHK-Chef Klaus Wübbenhorst.

„Ist Bayerns Höhenflug vorbei?“, war der leicht ketzerische Titel des Stelldicheins: Landesbank, G8, Quelle-Pleite, Sinkflug der CSU – die Liste der missliebigen Themen, mit denen sich Seehofer derzeit herumschlagen muss, ist lang. Nur gut, dass er Humor besitzt – anders als sein Vorvorgänger: „Bei ihm musste man jedem Witzchen ein ,War doch nur Spaß, Edmund’ hinterherschickten“, schmunzelte Seehofer.

Airport-Trasse mit entscheidender Bedeutung für den gesamten Freistaat

Wesentlich ernster wurde der Ingolstädter, als Nürnbergs Dauerbrenner-Thema auf den Tisch kam: die geplante und nun von der Rathaus-SPD aufgeschobene Nordanbindung zum Flughafen. „Ein absoluter Überzeugungstäter“, sei er, was den Bau des 60 Millionen Euro schweren Projekts betrifft, meinte Seehofer.

Die Airport-Trasse habe nicht nur für Nürnberg und die Metropolregion entscheidende Bedeutung, sondern für den gesamten Freistaat. Die von Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) verordnete dreijährige "Denkpause" kanzelte Seehofer als "schöne Umschreibung von Handlungsunfähigkeit" ab.

Nicht ganz so klar Stellung bezog der Ministerpräsident bei einem anderen Thema. Wie es denn um die Planungen für ein Museum der Bayerischen Geschichte bestellt sei, wollte Kulturreferentin Julia Lehner wissen, die ein solches Institut gerne nach Nürnberg holen möchte. „Zuerst muss das Konzept stehen“, ließ Seehofer wissen. Sollte man sich in den Planungen auf die jüngere bayerische Geschichte konzentrieren, sei Nürnberg ein guter Standort, wobei sich insgesamt 100 Gemeinden beworben hätten.

Steffen Windschall

 

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