Lokales Schock-Anklage: Ex-Ehefrau erstochen, Leiche geschändet

Sechs Jahre nach der Scheidung sollte Sekin (†38) zu ihm zurückkehren. Sie wollte nicht - ihr Todesurteil.

 

NÜRNBERG Beim Verlesen der Anklage packte die Zuhörer am Nürnberger Schwurgericht das blanke Entsetzen: Mithat Ö. (39) wird beschuldigt, seine Ex-Ehefrau Sekin mit sieben Messerstichen getötet – und dann ihre Leiche geschändet zu haben!

Die Messerstiche gestand der Lagerverwalter in einer Erklärung, die sein Verteidiger Harald Straßner verlas. Über den perversen Sexualakt fiel kein Wort. Doch es kam noch mehr Ungeheuerliches zur Sprache: Der des Mordes Angeklagte soll sich mit der Tat vor seiner deutschen Freundin (45) und seinen Zwillingssöhnen (10) gebrüstet haben – doch keiner glaubte ihm.

Die Vorgeschichte: Die Küchenhilfe Sekin Ö. hatte sich 2002 von ihrem gewalttätigen Gatten Mithat scheiden lassen. Wegen der Zwillinge (der dritte Sohn ist bereits erwachsen) war man jedoch weiter in Kontakt. Und immer wieder versuchte der Ex-Gatte, sie zu einer Rückkehr zu bewegen – vergeblich.

Mit einem Küchenmesser stach er sie im Kinderzimmer nieder

Am 7. Juli 2008, um 7.45 Uhr, suchte er seine Ex wieder einmal in ihrer Wohnung in der Südstadt auf. Nach erneutem Streit um ihre Beziehung stach er die vor ihm fliehende Frau mit einem Küchenmesser im Kinderzimmer nieder.

Dann zog er ihr, so die Anklage, die Schlafanzughose herunter, spreizte ihre Beine und verging sich an der Toten. Danach klaute ihr der Arbeitslose noch Geld und kehrte in sein Zimmer in einer Nürnberger Sozial-Pension zurück.

Gegen 9 Uhr ließ sich Mithat Ö. von seiner Freundin, einer Reinigungskraft, mit ihrem Auto abholen und zu Sekins Wohnung fahren, weil er Schlüssel zurückbringen müsse.

Um 11.15 Uhr holte er mit ihr die Zwillinge von der Schule ab und erzählte beiläufig: „Ich habe meine Ex-Frau umgebracht, siehst du nicht die Blutflecke auf meiner Kleidung?“

Sie sah nichts – und meinte nur: „Mit so etwas macht man keinen Spaß“, wie sie gestern vor Gericht erzählte. Dass sie nicht zur Polizei ging, erklärte sie so: „Ich habe es ihm nicht geglaubt, er war überhaupt nicht aufgeregt.“

Zu den Kindern sagte Mithat Ö. dann: „Was würdet ihr sagen, wenn ich eure Mutter umgebracht hätte?“ – „Dann mögen wir dich nicht mehr“, antworteten sie, ehe sie zu einer türkischen Nachbarsfamilie gebracht wurden, wo sie auch die Nacht verbrachten.

Erst am nächsten Tag erfuhren sie, dass der Vater nicht gescherzt hatte. Ein anonymer Anrufer – vermutlich er selbst – hatte die Polizei verständigt. Beamte fanden die Leiche.

Der Prozess geht am Dienstag weiter. Christa Schamel

 

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