Lokales Rock im Sumpf? Hier feiern bald 60.000 Rock-Fans

Pfützen vor der Haupt-Bühne. Wird's bis zum Festival-Beginn besser? Foto: news5

Erwartet die Besucher ab übermorgen ein Schlamm-Chaos? Der Veranstalter bleibt gelassen.

 

NÜRNBERG Keine „Sumpflandschaft“ erwartet heuer Rainer „Sully“ Sülzer, der technische Leiter von Rock im Park (RIP). Weder auf den Bühnen-, noch auf den Campingplätzen. Tatsächlich liegen die Wiesen vor den RIP-Bühnen auf dem Festivalgelände am Dutzendteich überraschend unberührt und saftig grün da. Den wochenlangen Dauerregen sieht man ihnen wenig an. Was aber, wenn ab Donnerstag, diesmal an ganzen vier, statt nur drei Tagen, 60.000 Menschen dort die Sau raus lassen? Rainer Sülzer sieht's gelassen. „Direkt vor den Bühnen, wo am meisten Druck ausgeübt wird, legen wir Platten aus.“ Sollte es regnen, „saugen die speziell mit Steinen und Dränagen unterlegten Wiesen das Wasser auf wie Schwämme“. Tatsächlich aber soll das Wetter ab Donnerstagnachmittag aufheitern: Über 25 Grad und Sonne sind fürs Wochenende angesagt!

Versumpfen sollen in diesem Jahr auch Ton und Klang nicht - sondern sogar besser werden! Was für die Anwohner im letzten Jahr zu laut war - zwölf beschwerten sich über den Lärm, legten sogar ein Klage ein – war vielen Besuchern viel zu leise! Dass die Gitarrenriffs von Headlinern wie Rammstein oder Kiss aber ordentlich laut in die Ohren fahren müssen, versteht sich auf einem Rockfestival von selbst. Sülzer: „Sonst kann ich die Musik gleich auslassen.“ Die Lautstärkebeschränkung von 70 Dezibel bis und 65 nach 22 Uhr bleibt zwar. Spezielle Einhausungen der Bühnen sollen aber dafür sorgen, dass sich der Klang „gleichmäßig auf dem Gelände verteilt“ und nach außen „geblockt wird“. Wer sich trotzdem in seiner Ruhe gestört fühlt, kann sich über das Bürgertelefon des Nürnberger Ordnungsamtes beschweren: Zu erreichen unter Tel. 0911/8186174 am Donnerstag von 19 bis 23.30 Uhr, Freitag bis Sonntag, je von 16 bis 1 Uhr.

Rock im Park aufbauen, heißt eine „Kleinstadt für 60 000 Menschen hochziehen“, so Sülzer. Der komplette Aufbau dauert zwei Wochen. Insgesamt sorgen 2000 fleißige Helfer für einen reibungslosen Ablauf des Festivals. Sie bauen drei Bühnen á 70 Meter Breite, knapp 20 Kilometer Bauzaun und 500 Dixieklos auf, verschrauben 1100 Lampen, verlegen 218 Kilometer Kabel, versorgen rund 450 Musiker aus 85 Bands, verkaufen 100 000 Liter Bier und 200 Tonnen Nahrungsmittel. 700 Securities, 300 Beamte und 1200 Sanitäter sind außerdem im Dauereinsatz!

Wichtig für Anwohner: Bereits am Mittwoch ist die Durchfahrt Beuthener/Zeppelinstraße gesperrt. Ab Donnerstag, 8 Uhr sind die Campingplätze geöffnet. Tickets gibts noch an den bekannten VVK-Stellen, als auch während des Festivals ab 11 Uhr an der Festivalinfo. Das Viertagesticket kostet 170 Euro, das Tagesticket 75 Euro. mp

 

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