Lokales Rauchverbot: Sie klagt vor dem obersten Gericht!

Christine Klever von der Zigarren-Lounge am Hauptmarkt ruft jetzt die Karlsruher Verfassungsrichter an. Und ihr Lokal bleibt auch nach dem 1. August geöffnet

 

NÜRNBERG Ab nächstem Montag gilt in Bayern das komplette Rauchverbot. Doch eine widersetzt sich: Christine Klever, Inhaberin des „Casa del Habano“, der bayernweit einzigen Zigarren-Lounge. Ihre Existenz und die von sechs Angestellten und zwei Azubis steht auf dem Spiel. Doch Klever kämpft: „Ich werde Verfassungslage einreichen. Und am Montag ist das Casa del Habano geöffnet“, kündigt sie an.

Gestern wurden verschiedene Schlupflöcher bekannt, wie das härteste Rauchverbot in Deutschland umgangen werden kann. Doch Tricks, ihre Gäste eventuell als Tauf- oder Hochzeitsgesellschaft anzuerkennen oder künftig nur noch Vorstandssitzungen zu bewirten, kommen für Klever nicht in Frage: „Das Gesetz ist klar formuliert.“ Und außerdem habe sie nicht die geringste Lust, etwas „halb illegales“ zu tun. Denn: „Ich habe eine Sonderstellung.“

Sie hat sogar ihre Altersversorgung verpfändet

Zwar schenkt Klever in ihrem Raucherrefugium am Hauptmarkt auch Alkohol aus. Doch 80 Prozent ihres Geschäftes bestreitet sie eben mit dem Verkauf von Tabakwaren: „Und das ist nun mal nicht illegal. Ich will ja ein seriöses Geschäft betreiben.“

Klever hat 800.000 Euro in die Ausstattung ihrer Lounge gesteckt. Sie hat für den Kredit sogar ihre Altersversorgung verpfändet: „Mir bleibt nichts, wenn ich schließen muss.“ Allzu große Erfolgsaussichten in Karlsruhe rechnet sie sich nicht aus: „Aber immerhin habe ich eine Chance.“

Dem Nürnberger Ordnungsamt hat sie ihre Entscheidung bereits mitgeteilt. Auch die, ab Montag ihr Geschäft weiter zu betreiben: „Das Amt kennt meine Sonderstellung. Dort wird nun prüfen, ob ich mich rechtmäßig verhalte und ob ich einen gewissen Schutz genieße, bis meine Lage geklärt ist.“ Susanne Will

 

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