Lokales Polizei jagt irren Bombenleger

Experten untersuchen einen der gesprengten Automaten. Auch das LKA ist eingeschaltet. Foto: dpa

Zwei Sprengstoff-Anschläge auf Bahnhöfe in Oberfranken geben den Ermittlern Rätsel auf

 

COBURG Es klang verheerend: Anwohner in Bad Staffelstein (Kreis Lichtenfels) und Bad Steben (Kreis Hof) wurden in der Nacht auf Sonntag durch einen ohrenbetäubenden Knall aus dem Schlaf gerissen – zwei Explosionen erschütterten die Bahnhöfe der oberfränkischen Städte.

Unbekannte sprengten an beiden Orten jeweils einen Fahrkartenautomaten. Die Detonation der Sprengsätze zerstörte nicht nur die Geräte, sondern ließ auch die Fensterscheiben angrenzender Gebäude bersten. Sachschaden: über 40000 Euro, verletzt wurde niemand, auch der Zugverkehr wurde durch die Anschläge nicht beeinträchtigt.

Jetzt rätseln die Ermittler des Landeskriminalamts, der Bundespolizei und der Coburger Kriminalpolizei über Identität und Motiv der irren Bombenleger. Wollten die Täter schlicht an das Geld? Oder waren die Anschläge ein „Testlauf“ für Attacken, die wesentlich mehr Schaden anrichten? Das Potenzial dafür hätten die Sprengsätze jedenfalls, die offenbar im Inneren der Automaten angebracht worden waren.

Die erste Explosion wurde gegen 1 Uhr in Bad Steben herbeigeführt. Knapp drei Stunden später ließen die Täter den Fahrkartenautomaten in Bad Staffelstein in die Luft fliegen. Um auf die Spur des Täters oder der Täter zu kommen, sind die Ermittler auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen. Vor allem beim Anschlag von Bad Staffelstein erhoffen sie sich wertvolle Hinweise: Eine Faschingssause des Staffelsteiner Karnevalsklubs (SKK) war kurz vor der Explosion zu Ende gegangen. Heimkehrer könnten verdächtige Personen oder Fahrzeuge bemerkt haben.

Hinweise an die Einsatzzentrale: Tel. 0921/506-0.

Steffen Windschall

 

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