Lokales Hund stirbt in Förster-Falle!

Familienhund Rikki tappte bei einem Spaziergang im Schnee in eine Schlagfalle – sie brach dem Mischlingshund das Rückgrat. Foto: privat

Jasmin (13) musste zusehen, wie ihrem „Rikki“das Rückgrat gebrochen wurde. Gegen den Jagdpächter läuft eine Anzeige, er weist die Schuld jedoch weit von sich

 

WEISSENBURG/ETTENSTATT „Rikki“ war ein hübscher, verschmuster Mischlingshund – und der Liebling von Jasmin (13, Name geändert) aus Weißenburg. Der Hund lebt nicht mehr. Rikki starb grausam in einer illegalen Schlagfalle, die ein Jäger nahe eines Flurbereinigungsweges zwischen Weißenburg und Ettenstatt aufgestellt hatte. Frauchen Jasmin wurde Augenzeugin...

Am Dreikönigstag ging Jasmin mit ihren Eltern und Hund Rikki spazieren. Rikki war mit eineinhalb Jahren noch jung, tobte durch den Schnee, machte einen Abstecher ins Unterholz der Hecken entlang des Weges. Dann: ein markerschütternder Schrei. Rikki lag mit dem Kopf in einer Falle. Sie war zugeschnappt, der Hund gefangen. Jasmins Eltern gelang es unter größter Anstrengung, die Falle zu öffnen. Doch Rikki hatte keine Chance. Das Rückgrat war gebrochen! Er starb.

Die Falle war illegal: Die Polizei zeigte den Jagdpächter an

Die Polizisten, die wenig später am Tatort eintrafen, fanden an diesem „Luderplatz“, an dem Wildtiere angelockt werden, nur noch einen abgeschlagenen Hühnerkopf. Angelegt hatte den Platz Jagdpächter Friedrich W., wie die Polizei schnell herausfand. Er hat auch die verbotene Schlagfalle aufgestellt. Marder sollten ihm dort ins Netz gehen. „Da grundsätzlich eine Gefährdung von Haustieren bei der Jagd ausgeschlossen werden muss, wurde gegen den Mann eine Anzeige erstattet“, sagt die Polizei.

In Weißenburg schlagen die Wellen hoch. Martin Heinze, ein Verwandter der betroffenen Familie: „Man stelle sich vor, das passiert einem Kind oder einem Jogger!“ Er will jetzt mit dem Tierschutzbund erörtern, welche juristischen Möglichkeiten es gibt, um gegen den Fallensteller vorzugehen. „Ich lasse nicht locker, bis ihm die Jagdlizenz entzogen ist“, wettert Heinze.

„Das Mädchen ist regelrecht traumatisiert“

Der Jäger allerdings tut die Sache mit einem Schulterzucken ab: „Freilich tut mir das mit dem Hund leid. Und ich habe auch zugegeben, dass die Falle verboten ist. Aber: Es ist ein Saustall, wie die Hundehalter sich aufführen. Sie hätten das Tier nicht frei herumlaufen lassen dürfen. Es stört Bodenbrüter und Zugvögel.“

Sätze, die tiefe Stiche im Herz von Jasmin hinterlassen dürften. Schließlich streunte Rikki nicht. Er machte lediglich einen Spaziergang an ihrer Seite. „Das Mädchen ist regelrecht traumatisiert“, sagt ihr Onkel Martin Heinze. „Ein Psychologe hilft ihr nun.“ Robert Maurer/sw

 

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