Lokales „Hells Angels“ machen sich in Nürnbergs Sex-Gewerbe breit!

Gewaltbereite Rockergangs wie die Hells Angels oder Bandidos haben in Bayern 600 Mitglieder. Foto: dpa

Zwei Etablissements an der Frauentormauer werden bereits von der Rocker-Gang kontrolliert.

 

NÜRNBERG Den Großangriff der „Hells Angels“ auf das Nürnberger Rotlicht-Milieu haben die Behörden noch abwehren können. Doch gegen die langsame Infiltration des Sex-Gewerbes durch die Rockergang ist kaum etwas zu machen. Zwei Bordelle an der Frauentormauer werden nach den Erkenntnissen der Behörden bereits von den „Hells Angels“ kontrolliert.

Nach Angaben von Innenminister Joachim Herrmann (CSU) haben gewaltbereite Motorradgruppen wie die „Hells Angels“ oder die „Bandidos“ in Bayern derzeit etwa 600 Mitglieder. Ihnen schauen die Behörden ganz genau auf die Finger, um Bandenkriege wie in Nord- und Ostdeutschland schon im Ansatz zu ersticken. So wird das Klubhaus der fränkischen „Bandidos“ in Allersberg schon seit Jahren observiert.

„Die entschiedene Vorgehensweise der Polizei hat dafür gesorgt, dass sich die Auswüchse in unserer Region in Grenzen halten. Schwere Straftaten wie Mord oder Tötungsversuche hat es in den letzten Jahren nicht gegeben“, erklärte ein Sprecher der Polizei.

Gleichwohl registrieren die Behörden, dass sich die streng organisierten Rockergangs im fränkischen Rotlicht- und Drogenmilieu eingenistet haben. Besonders enge Verbindungen bestehen offensichtlich zu Frankfurter Banden. „Hells Angels“ aus der hessischen Main-Metropole sollen vor zwei Jahren hinter den Planungen gestanden haben, in Gebersdorf ein Großbordell mit 200 Prostituierten einzurichten. Das Vorhaben konnte erst in letzter Minute vom Ordnungsamt gestoppt werden.

Den Einstieg von Gang-Mitgliedern in einzelne Nürnberger Bordelle konnten die Ordnungsbehörden jedoch nicht verhindern! „Zwei uns bekannte Bordellbetreiber haben enge Kontakte zu den Hells Angels“, sagte ein Ermittler zur AZ. Für einen schon lange im Sex-Geschäft tätigen Nürnberger hat allein die Nähe der Bordelliers zu den Rockergangs nicht viel zu sagen. „Durch Gewalttätigkeiten fallen sie bei uns jedenfalls nicht auf“, beschreibt er die Lage im Rotlicht-Viertel.

Von der Polizei wird jedoch auch beobachtet, dass sich Mitglieder der Banden zunehmend von Security-Firmen anstellen lassen. Den Sinn und Zweck derartiger Bestrebungen beschreibt ein Ermittler so: „Dadurch haben Sie die Chance, zum Beispiel als Türsteher von Diskotheken beschäftigt zu werden. In dieser Funktion bestimmen sie dann, wer ins Lokal darf und wer nicht – und nehmen Einfluss auf das Drogengeschäft. Dealer aus den eigenen Reihen erhalten einfach den Vortritt.“ Helmut Reister

 

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