Lokales Gleitschirm-Drama am Walberla: Crash in der Luft – ein Toter!

Ein Dorado für Gleitschirm-Flieger: das Walberla. Am Ostersonntag ereignete sich 35 Meter über diesem Abhang ein fürchterliches Unglück. Foto: Herbert Liedel

Ein furchtbarer Unfall kostete einen Bamberger (55) das Leben: Er stieß in 35 Metern Höhe frontal mit einem Vereinskameraden (47) zusammen

 

FORCHHEIM Das „Walberla“ ist der heilige Berg der Franken – und auch der Gleitschirmflieger. Nirgendwo sonst kommen die Sportler dem fränkischen Himmel so nah. Ein Drama hat nun das Leben eines Bambergers (55) jäh beendet: Er war in der Luft mit einem Vereinskameraden (47) zusammengestoßen. Er überlebte den furchtbaren Luft-Crash nicht.

Die beiden Männer gehören zum Bamberger Gleitschirmclub, dem einzigen Verein, der neben den Nordbayerischen Drachenfliegern das Walberla mit seinem Hochplateau zum Start in den blauen Himmel nutzen darf. Der Ostersonntag-Abend war ideal, um wie vogelfrei über der fränkischen Schweiz zu fliegen.

Der Bamberger und sein Kollege aus dem Landkreis Bayreuth waren beide bereits über eine Stunde in der Luft. Sie hielten sich im so genannten Aufwindband auf. Wie es letztlich zum Unglück kam, müssen nun Sachverständige klären. Dafür arbeitet ein speziell für Flugunfälle ausgebildeter Polizist zusammen mit der Kripo Bamberg.

Fakt ist: Es war kurz vor 19 Uhr, als die beiden mit ihren Schirmen frontal zusammenstießen. Der Unfall geschah in 35 Metern Höhe. Die Sportler gerieten ins Trudeln, stürzten in die Tiefe. Von oben bemerkten einige der fliegenden Kameraden den entsetzlichen Unfall. Augenzeugen auf dem Boden hielten die Luft an.

Doch als sie zu den am Boden liegenden Körpern eilten, war schnell klar: Für den 55-Jährigen kam jede Hilfe zu spät. Seine Leiche wurde von Rettungskräften, darunter die Bergwachten Erlangen und Forchheim, aus dem steilen Berg geborgen. Doch was niemand für möglich gehalten hätte: Sein Sportkamerad hatte den Sturz überlebt – und zwar nur leicht verletzt!

Im Bamberger Gleitschirmclub herrscht seitdem Entsetzen und Trauer über den Unfall. Der Vorsitzende Stephan Albert: „Wie bei jeder Sportart – außer beim Schach – bleibt ein Restrisiko. Es ist äußerst selten, dass zwei Sportler in der Luft zusammenstoßen.“ Trotz des Unfalls bleibt für ihn der Flugsport eine Erfüllung: „Das ist die Faszination vom Fliegen. Wir kommen eben dem alten Menschheitstraum, mit den geringsten Mitteln abheben zu können, am nächsten.“ sw

 

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