Lokales Er ist Frankens Facebook-König

Mit "Wir sind Franken und nicht Bayern" sicherte sich Patrick Robert Coyle schon 14.000 Facebook-Freunde. Foto: Berny Meyer

Patrick Robert Coyle hat 14.000 Online-Freunde. Seine Gruppe „Wir sind Franken und nicht Bayern“ will lokale Identität stärken

NÜRNBERG Er hört auf den schönen fränkischen Namen Patrick Robert Coyle – und ist Nürnbergs ungekrönter Facebook-König! „Wir sind Franken und nicht Bayern“ heißt seine Seite beim weltweit erfolgreichsten sozialen Netzwerk. Sie hat, rund drei Monate nach ihrer Gründung, schon über 14.000 Freunde gewonnen (www.facebook.com/SzeneNuernberg).

Eigene Miss-Wahl läuft

Der Sohn (24) eines amerikanischen Soldaten will bei jungen Franken den Sinn für das „Ureigene“ schärfen, ohne dabei politische Ziele zu verfolgen. Auf seiner Facebook-Seite können seine „Mitglieder“, die einfach den Facebook-Button „gefällt mir“ mit dem berühmten Daumen-Logo angeklickt haben, „Miss Franken Facebook“ wählen, um die sich fast 100 Facebook-Schönheiten aller Altersklassen bewerben. Mit markigem Fränkisch bewirbt Coyle seine Aktion: „Mädels, weida Gas gebn! Der Miss Franken Facebook Contest läuft noch bis 25. 02! Also weida kräftig mitmachen und Bild an mark.salzhuegel@yahoo.com ". Der Phantasiename belegt den spitzbübischen Humor des Nürnbergers: Salzhügel ist eine Verballhornung von Mark Zuckerberg, milliardenschwerer Facebook-Gründer.

Hinter Boyles Frankenseite steckt mehr als ein Scherz. Beim Kennenlerntreffen am 5. März in der „Vitrine“ am Kornmarkt (wo unter anderem die fränkische Miss-Facebook vorgestellt wird) will er seine Mitglieder zusammenbringen: Raus aus dem Netz, rein ins pralle, fränkische Leben. Single-Aktionen und weitere Veranstaltungen sind in Planung.

Er ist auf dem besten Weg zum lokalen Star

Der gelernte Einzelhandelskaufmann bei OBI mit Zweitausbildung zum Großhandelskaufmann bei Eschenbach Optik verfolgt seit Jahren die neuen Chancen, die das Internet findigen Typen zur (Eigen-)Werbung bietet. Inzwischen ist er auf dem besten Weg zum lokalen Star: Kabarettist Matthias Egersdörfer entdeckte ihn auf Facebook – und lud ihn in seine monatliche Comedy-Lounge. Dort machte der pfiffige und attraktive Azubi eine so gute Figur, dass er bei der nächsten Comedy-Lounge als Nachwuchsgast sein erstes zehnminütiges Comedy-Format präsentieren wird: „Vor der Bühne hab ich keine Angst. Ich bin ein lockerer, lustiger Typ und werde einfach was aus meinem fränkischen Leben zum Besten geben“. Das kann dann so klingen, wie von der Frankenseite bekannt: „Morgen Leid! Sorry, wor a boor Doch fott! Etz binni oba wieda do!“

dig

 

0 Kommentare