Lokales Der Nazi-Zwerg bleibt erlaubt!

Äußert "erkennbare Kritik" gegenüber dem NS-Regime: der Hitler-Zwerg. Foto: dpa

Die Staatsanwaltschaft leitet keine Verfahren gegen Kunstprofessor Ottmar Hörl und den Galeristen ein. Ein gewisses Missbrauchs- Potenzial habe der Gnom allerdings...

NÜRNBERG An den umstrittenen Hitlergruß-Zwergen des Künstlers Ottmar Hörl, die in einer Nürnberger Galerie ausgestellt und verkauft wurden, bleibt kein Makel kleben! Die Staatsanwaltschaft teilte gestern mit, dass keine Veranlassung besteht, gegen den Kunstprofessor und gegen den Galeristen Erwin Weigl ein Ermittlungsverfahren wegen Verwendung verfassungsfeindlicher Symbole einzuleiten.

In der Begründung heißt es, dass in diesem Einzelfall klar sei, dass die mit erhobener Hand grüßenden Zwerge Teil einer Kunstaktion seien, die erkennbare Kritik gegenüber dem Hitler-Regime zum Ausdruck bringen. „Diese Entscheidung bezieht sich ausschließlich auf diesen Fall. Grundsätzlich gilt, dass der Hitlergruß eine verbotene Darstellung ist“, erklärte Oberstaatsanwalt Wolfgang Träg.

Der Wichtel sorgte weltweit für Schlagzeilen

Hinsichtlich der privaten Verwendung der Nazi-Zwerge sieht die Staatsanwaltschaft weiterhin ein gewisses Missbrauchspotenzial. Träg: „Es kommt schon sehr darauf an, wie ich sie verwende. Ein Gartenzwerg mit einer daneben gehissten Reichskriegsflagge zum Beispiel könnte einen ganz anderen Eindruck erwecken.“ Jeder Fall müsste hinsichtlich seiner möglichen Strafbarkeit individuell geprüft werden.

Der „Heil-Hitler-Zwerg“ war durch einen anonymen Brief an die Medien in die Schlagzeilen geraten – und das weltweit! Selbst Zeitungen in Schweden, Großbritannien und in den USA beschäftigten sich mit dem Fall. Justizsprecher Träg erhielt auch Anfragen von BBC London und von der New York Times. Tenor sei gewesen: „Ob das jetzt eine Zeitungsente sei oder ob wegen eines Gartenzwergs wirklich von der Nürnberger Justiz ermittelt werde.“ hr/cis

 

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