Lokales Der Kameramann der Weltstars: Auf Heimatbesuch in Franken

Franke und Hollywood-Legende: Michael Ballhaus neben seiner alten 35mm-Filmkamera, mit der er die größten Hollywood-Stars auf die Leinwand brachte. Foto: dpa

FÜRTH - Michael Ballhaus drehte einen Dokumentar-Film über die Region. Zu seinem 75.Geburtstag gibt’s eine Themen-Nacht im BR

 

Der berühmteste deutsche Kameramann feierte jetzt in Fürth das Ende der Dreharbeiten seines persönlichsten Dokumentarfilms: Michael Ballhaus war mit Freunden zu Gast im Restaurant „La Palma“ (Gastgeber: BR-Studio-Vize-Chef Norbert Küber) und wurde von Inhaber Gianni Minneci mit einem fünfgängigen sizilianischen Sommer-Menü überrascht. Grund der Party: Ballhaus war zusammen mit seiner Schwester Ulla, dem Nürnberger BR-Kameramann und Regisseur Frank Jessenberger und dessen Frau Simone (Chef-Cutterin) ein Jahr lang in Franken unterwegs, um mit „Menschen über ihre Tradition und Heimat zu reden – und um wunderschöne Bilder von fränkischen Städten, Dörfern und Landschaften aufzunehmen“, so Ballhaus.

In Coburg verbrachte der in Berlin geborene Kameramann seine Kindheit. In Würzburg absolvierte er eine Fotografenlehre. Ballhaus war Chefkameramann bei fast 100 Filmen. Er lichtete Paul Newman ab, drehte allein 17 Werke mit Rainer Werner Fassbinder und erinnerte sich im „La Palma“ schwärmerisch an das Jahr 1958: „Da habe ich als ganz junger Kameraassistent Marlene Dietrich kennengelernt. Sie war ein Weltstar, der sich ungeheuer gut in Szene setzen konnte.“

In Fürth wurde aber auch ein anderes Ereignis (nachträglich) gefeiert: Ballhaus wurde am 5. August 75 Jahre alt. Aus diesem Anlass widmet ihm das Bayerische Fernsehen am 13. November eine ganze Themen-Nacht. Sein neuester Film „Unser Franken“ steht im Mittelpunkt, anschließend werden Kassenknüller gezeigt, bei denen Ballhaus seine berühmt gewordene „fliegende Kamera“ einsetzte, die sich ganz sanft um die Hollywood-Stars drehte, etwa in den „Fabelhaften Baker Boys“ mit Michelle Pfeiffer und „Good Fellas“ mit Robert de Niro. Leo Loy

 

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